Bergfahrt

Mont Favre (2.967 m üNN) 2012

Geschrieben von Thomas Delling.

05.09.2012  Courmayeur - Rifugio Maison Vieille - Colle di Youla - Mont Favre - Colle d'Arp - Courmayeur

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Mit seinen knapp dreitausend Metern ist der Mont Favre in der Nachbarschaft von Mont Blanc & Co. natürlich nur ein kleines Licht. Ein Ausflug dorthin lohnt sich aber auf alle Fälle, da die Tour nicht zu anspruchsvoll ist und die Aussichten unterwegs die lange Wanderung zu einem Erlebnis werden lassen.

Wie immer bei unseren Unternehmungen vor größeren Laufveranstaltungen (diesmal TDG) kommen wir früh nicht so recht in die Gänge und so ist es kurz vor um 11 Uhr, als wir Courmayeur (1.230 m) verlassen. Der Weg führt vorbei am Centro Sportiv, dem großen Verpflegungspunkt des UTMB und weiter durch die engen Gassen von Dolonne (1.213 m) zum Einstieg der "Tour du Mont Blanc" in den Wald, von wo es steil hinauf zum Plan Checrouit (1.704 m) geht.

Am Rifugio Randonneur (1.894 m) überlegen wir noch, ob wir die Kurz-Tour zum Mont Chetif (2.343 m) machen, da es schon sehr "spät" und noch dazu sehr warm ist. Wir laufen allerdings zum Rifugio Maison Vieille (1.952 m) weiter, wo wir uns von 13 bis 13:45 Uhr eine längere Rast gönnen. Entgegen der UTMB-Streckenführung geht's weiter auf dem Höhenweg über dem Val Veny zum (unscheinbaren) Abzweig zum Colle di Youla.

Dem gemäßigten Wiesenabschnitt folgt ein recht steiler "Schlammsektor", hier sind in der Vorwoche bei Schnee die TDS-Läufer hoch und da die "Wunden" noch nicht ganz verheilt sind, ist es hier schön schmierig. Gegen 15:15 Uhr stehen wir auf dem Colle di Youla (2.661 m). Ein Wegweiser am Paß verrät noch dreieinhalb Stunden bis Courmayeur. Wir müssen aber erstmal in die andere Richtung und da es gegen 20 Uhr dunkel wird und wir keine Stirnlampen dabei haben, setzen wir uns einen "Zeitplan": 16:30 Uhr kehren wir wieder um, egal ob wir auf dem Gipfel waren oder nicht. Zur Not wird vom Laufschritt Gebrauch gemacht!

Auf dem Nordwestgrad des Mont Nix führt ein leicht profilierter Weg zum Colle di Berrio Blanc (2.818 m), es ist 16 Uhr und damit genügend Zeit um den Gipfelanstieg in Angriff zu nehmen. Mehrere Trampelpfade nehmen dort Kurs auf den Fast-Dreitausender - anfangs noch recht einfach zu laufen, wird es im letzten Teil jedoch recht steil und ausgesetzt. 16:15 zeigt die Uhr, als wir den höchsten Punkt der dreigipfeligen Bergkette erreichen. Wir gönnen uns zehn Minuten Pause und genießen den Blick hinüber zum vergletscherten Mont-Blanc-Massiv - die wenigen Wolken am Himmel verdecken allerdings die Gipfelaufbauten der Viertausender. Dafür sind auf der anderen Seite Mont Fortin, Mont Berrio Blanc, Mont Crammont usw. aufgrund ihrer "geringeren" Höhe komplett sichtbar.

Doch die Zeit ist knapp und so nehmen wir den kürzesten Weg zum Paß, mit stellenweise schnellerem Laufschritt erreichen wir 17 Uhr den Colle di Youla und 20 Minuten später den Colle d'Arp (2.571 m). Dort essen wir den mitgefürten Proviant auf und 17:45 Uhr geht es an den Abstieg nach Courmayeur. Wir laufen nun fast identisch, nur entgegengesetzt, die ersten Kilometer des "Tor des Geants". Über Arp superiore (2.138 m), Arpettaz (1.572 m) und Dolonne trudeln wir sogar noch vor 20 Uhr im Hellen in Courmayeur ein, wo das Thermometer immerhin noch 20°C anzeigt.


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