Bilder

Auf unserem Weg zum "Trail Verbier St-Bernard" machen wir einen dreitägigen Abstecher ins Mattertal und wollen den höchsten ganz in der Schweiz gelegenen Berg, den Dom (4.545m) besteigen.

Auf der Fahrt nach Randa steuern wir noch markante Punkte wie den Rheinfall in Schaffhausen oder den Grimselpass an. In Visp, dem "Eingang" zum Mattertal zeigt das Thermometer unangenehme 40°C an. Später bewölkt sich der Himmel immer mehr und die Temperatur sinkt auf 33°C als wir unseren Ausgangspunkt der Bergtour erreichen. Für 60 SFr. übernachten wir Drei im "Chalet Enzian" bei Frau Therese Brantschen. Ein echtes Schnäppchen, auch wenn es kein Frühstück dazu gibt, dafür haben wir für die Zeit unserer Unternehmung einen Parkplatz bei ihr vorm Haus.

Nachdem wir um 6 Uhr ausgeschlafen haben, essen wir etwas von unserem Proviant und machen uns gegen 8 Uhr auf den Weg zur Domhütte (2.940m). Der Aufstieg ist aufgrund der Schwüle und der schweren Rucksäcke mühsam. Uns treibt aber nichts, daher rasten wir ab und zu einmal und genießen die Aussicht auf das Weisshorn, welches auf der gegenüberliegenden Talseite thront. Außerdem beobachten wir die im Viertelstundentakt abgehenden Steinlawinen im Nachbartal. Mit ihrer Wucht reißen sie sogar Bäume mit sich.

Wir erreichen 13 Uhr 30 die Domhütte, kurz darauf wird sie vom Helikopter mit Lebensmitteln beliefert. Am Nachmittag holen Ute und ich den Schlaf vom Vortag nach. Jens kümmert sich schon mal um das erste Stück des morgigen Gipfelaufstieges, da er auf der Herfahrt genug geschlafen hat. Das abendliche Waschen und Zähneputzen findet im Bergbach statt, 21 Uhr ist Zapfenstreich.

Den Wecker habe ich auf 2 Uhr 22 gestellt, den ab halb 3 wird auf der Hütte das Früstück "serviert". Eine Bergführerin mit Gast sowie drei Polen bereiten sich neben uns auf die Gipfeltour vor. Da wir unsere Stirnlampen im Fahrzeug liegen lassen haben, gewähren wir ihnen großzügig Vorsprung, damit sie nicht mitbekommen wie anfängerhaft wir Bergfahrten unternehmen. Der Vollmond und der klare Himmel meinen es aber gut mit uns und so ist die Wegfindung, als wir halb 4 aufbrechen, auch ohne Lampen nicht allzu schwer.

Als es hell wird erreichen wir den Festigletscher, dort schnallen wir uns die Steigeisen unter die Schuhe. Wir kommen gut voran. Um 6 Uhr nach einer leichten Felskletterei am Festijoch (3.723m) haben wir die Polen eingeholt. Sie entscheiden sich für die lange "Schneehatsch" über den Hohberggletscher, während wir den Weg der Bergführerin über den Festigrat wählen. Bis zu 50° steil geht es im Eis und Firn am Grat hinauf zum Gipfel. Der Aufstieg ist beschwerlich. Durch den starken Wind sind die Spuren des Vordermanns im Nu wieder mit feinem Schnee zugeweht. Mit dem Pickel "hacken" wir uns Meter für Meter hinauf. Unterhalb des Gipfels kommt uns die Bergführerin grußlos mit ihrem Gast entgegen. 

Gegen 9 Uhr 30 genießen wir dann die grandiose Fernsicht vom Dom. Eine halbe Stunde verweilen wir, ehe wir uns an den Abstieg begeben. Die Sonne hat den Schnee schon ganz schön aufgeweicht, so das der Rückweg über den Hohberggletscher  für Jens und mich zur Tortur wird. Wir sinken mit fast jedem Schritt bis zu den Oberschenkeln im weißen Untergrund ein. Nur Ute kommt besser voran, da sie von Haus aus leichter und ohne Rucksack unterwegs ist.

Das Felsstück am Festijoch erleichtern wir uns, indem wir uns Abseilen. Auf dem Gletscher gilt es dann noch ein paar kleinere Spalten zu umgehen. Ohne größere Mühe kommen wir 15 Uhr 20 an der Domhütte an. Den Rest des Nachmittags liegen wir noch in der Sonne, ehe es 18 Uhr 45 ohne Abendbrot ins Bett geht.

Die Nacht ist 6 Uhr beendet, 8 Uhr nehmen wir den Weg über die Europahütte nach Randa, wo wir gegen 12 Uhr ankommen.



Full Review William Hill www.wbetting.co.uk