Waldwiese

1. Neukirchner Silvesterlauf 2014

Geschrieben von Thomas Delling.

31.12.2014 - 10:00 Uhr - 19,4 km / 255 Hm+ / 255 Hm- (kein Wettkampf)
                                              5,1 km / 55 Hm+ / 55 Hm- (kein Wettkampf)

Kopie_von_DSC08233Die Teilnehmer der "Langdistanz" am Klaffenbacher Wasserschloß.

War das ein "Erdbeben" in der Chemnitzer Laufszene, als irgendwann Anfang Herbst bekannt wurde, das der traditionelle, seit 1992 ausgetragene "Chemnitzer Silvesterlauf" in diesem Jahr "aus organisatorischen Gründen" nicht stattfindet. Sollten wir nun etwa das alte Jahr ohne sportliche Betätigung am Silvestermorgen verabschieden? Undenkbar! Es mußte also schnell eine Lösung gefunden werden ...

In dieser "schweren Stunde" war der lokale Internet-Drittligist "Chemnitzer Läufer" (vom kmspiel.de) gefragt. Harry Wötzel aus Neukirchen nahm sich dieser Sache an und präsentierte kurz darauf seine Vorstellungen zum Thema "Silvesterlauf": ein Gruppenlauf im moderaten Tempo mit Start und Ziel am Fußballplatz der Sportgemeinschaft Neukirchen solle es sein, bestehend aus einer kurzen Schleife für Kinder und Seniorensportler sowie einer längeren Runde für die Durchtrainierten. Danach gibt es noch eine Bewirtung mit silvestertypischer Kost im Sozialtrakt der SGN, verbunden mit einer eventuell stattfindenden kleinen "Aufstiegsfeier" der "Chemnitzer Läufer" - so war Harry's Plan.

Auch in der nördlich von Chemnitz gelegenen Trabantenstadt Limbach-Oberfrohna war der ortsansässige Laufverein bemüht eine Alternative zum ausgefallenen "Chemnitzer Silvesterlauf" zu finden. Als wir vom Vereinsvorstand mit diesem Vorhaben konfrontiert wurden, hatte Harry schon längst die 16-seitige DIN-A-4-Hochglanzbroschüre zum "1. Neukirchner Silvesterlauf" erfolgreich unters Volk gebracht und somit die Chemnitzer LVL-Mitglieder Jens, Ute, Bruno, Martin und mich für seine Variante dingfest gemacht.

Kopie_von_DSC08214Kopie_von_DSC08223Das sog. "Briefing" - Pflicht für alle Teilnehmer!           Bruno und Martin auf der 5-km-Schleife.

Der Silvestermorgen ist wolkenverhangen, präsentiert aber eher die blaue, als die rote Null auf dem Thermometer und so ist der, in den Vortagen im Raum Chemnitz abgelegte Schnee noch nicht zu wässrig und läßt somit ein angenehmes Laufen zu. Ein übersichtliches Feld von Interessenten findet sich am Neukirchner Sportplatz zum Laufsport ein. Ehe es jedoch auf die Piste geht, richtet Organisator Harry noch schnell ein paar Worte an den versammelten Pulk: es geht, wie immer bei Gruppenläufen, um das Verbot des Windschatten-Laufens, sowie die Staffelung der Zieleinlaufprämien. 

Ohne Startschuß setzt sich die Truppe auf der Max-Weigel-Straße Richtung Nordstraße in Bewegung. Dieser folgen wir dann bis zur BAB72, von wo es über zugeschneite Feldwege wieder zurück in die Nähe des Sportplatzes geht. Ich begleite dabei Bruno, Martin und "Lauflegende" Jens auf ihrer kleinen Runde, denn sie biegen nach 4,7 Kilometern wieder zum Ausgangspunkt ab und können sich kurz darauf dem delikaten Teil der Veranstaltung widmen. Auch Ute wagt mit der Sprintdistanz den sanften Wiedereinstieg ins läuferische Tagesgeschäft.

Die große Schleife nimmt weiter den Weg über die B169 und durch den Neukirchner Wald und gelangt so nach Jahnsdorf. Entlang der Straße geht es nun über Adorf bis nach Klaffenbach. Über den, am Ortseingang abbiegenden Kirchweg-Feldweg nehmen wir noch die Ecke "Rödelwald-Siedlung" mit, ehe an der Klaffenbacher Hauptstraße zum Imbiß mit Keksen, Tee, Glühwein und Wasser geladen wird.

Kopie_von_DSC08224Kopie_von_DSC08234Verpflegungspunkt in Klaffenbach.                             "Herzlich Willkommen" im Ziel!

Vorbei am Wasserschloß Richtung Adorf führt nun die Strecke hoch zum Gewerbepark an der Stollberger Straße, von wo es querfeldein zurück zum Sportplatz geht. Kurz nach 12 Uhr schließt sich somit der Kreis. Während ein paar der Teilnehmer kurz darauf die Flucht nach Hause antreten, versammelt sich der Rest der Läufer noch zum dazugehörigen "geselligen" Ausklang mit Bockwurst, Bier und Glühwein in einer der Umkleidekabinen.

Kopie_von_IMG_1726Kopie_von_IMG_00004776Gezeichnet von zwei Stunden Ausdauerlauf!               Gezeichnet von zwei Stunden Bier & Bockwurst.

Fazit: Ein großes Dankeschön an Harry und seine (mir namentlich nicht bekannten) Helfer von der SG Neukirchen für diesen Alternativ-Silvesterlauf! Natürlich passte es mir persönlich besser in den Kram, zu Silvester keinen Wettkampf bestreiten zu müssen, denn sonst hätten mir wieder protokollierte sportliche Defizite den Jahreswechsel versaut. So konnte wenigstens allerlei wichtiges und unwichtiges Gespräch schon während des Laufens abgehalten werden. Vom Preis-Leistungs-Verhältnis ist der "Neukirchner Silvesterlauf" unschlagbar - kein Startgeld, nur eine Spende (welche hoffentlich auch von jedem Teilnehmer gegeben wurde!).

Tilo Kozliks (fotografische) Eindrücke vom Lauf gibt es hier.

Mein sportlicher Jahresrückblick 2014: Es lief nicht alles rund im verstrichenen Jahr. Verletzungsbedingt und auch durch viel Lustlosigkeit konnte ich in 106 Trainings- oder Wettkampfeinheiten gerade einmal die Strecke von Regensburg zum Nordkap (3.253 km) zurücklegen. Dazu kommt zwar noch das (theoretisch) 246-fache Besteigen des höchsten sächsischen Bauwerkes, dem 301,8 Meter hohen Schornstein im Chemnitzer Stadtteil Furth (welches 74.245 Höhenmetern entspricht), ist aber insgesamt nicht der Umfang, den ich in den vorangegangenen Jahren abgespult habe. In nur 20 Wettkämpfen (absoluter Minusrekord!) stellte ich mich dem "inneren Schweinehund", um "schnell" zu laufen. Dabei absolvierte ich nur einmal die Marathondistanz und immerhin sieben Ultraläufe (von denen ich allerdings den Rennsteiglauf, den K78 und den Ottonenlauf total "verkackt" habe). Auf den kürzeren Wettkampfstrecken gab es erwartungsgemäß die "persönlichen Schlechtzeiten", verbunden mit der Unlust, solche Distanzen überhaupt noch wettkampfmäßig zu bestreiten. Auch wenn jetzt viel Gejammere aus diesen Zeilen klingt, ich habe nun wieder ein ganzes Jahr vor mir, in dem ich vieles besser machen kann!

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