Waldwiese

Trainingslauf Pockau - Chemnitz 2015

Geschrieben von Thomas Delling.

22.02.2015 - 11:25 Uhr - 52,5 km / 440 Hm+ / 545 Hm- (Trainingslauf)

Kopie_von_IMG_20150222_123921Entlang des Flußes Flöha, althochdeutsch für: spülen, waschen oder fließen.

Der sonntägliche Kultklassiker JMJM (Joggen mit Jens Mende) findet heute nicht statt, da der Hauptdarsteller kränkelt! Außerdem hat Martin nach unzähligen Halleneinsätzen wiedermal Freiluftfußball - diesmal im erzgebirgischen Pockau.

Die Hinfahrt zu diesem Testspiel übernehme ich. Zurück darf selbtverständlich auch Ute mal den Wagen steuern und da Frauen sowieso keine ewig nörgelnden Beifahrer mögen, klinke ich mich kurzerhand (oder besser gesagt, von langer Hand vorbereitet) aus und werde zu Fuß den Heimweg antreten. So um die 30 bis 35 Kilometer werden es wohl (für mich) werden, versichere ich Ute. Sie nickt es ab, wohlwissend, daß ich hier wieder etwas untertreibe.

Nach Beendigung des Spiels, welches nach einer 4:1-Führung der Chemnitzer noch leistungsgerecht 4:4 endet, wird der Sonntagsanzug gegen das Laufequipment eingetauscht, hektisch eine Banane verschlungen und noch etwas angesüßtes Wasser in den Magen gepumpt. Vom Sportplatz des FSV Pockau aus, arbeite ich mich zur B101 an der Flöha-Brücke durch den Ort. Verwinkelt und etwas unscheinbar nimmt der Wanderweg nun seinen Verlauf über einen Supermarkt-Parkplatz in die Natur.

Der Weg hinauf zum Jüdenstein ist stellenweise vereist, was sich jedoch im weiteren Verlauf nach Rauenstein gibt. Dort nehme ich dann die linksseitige Variante des Flöhatalweges durch das Waldstück Mäusewinkel und erreiche so Reifland-Wünschendorf. Auf einer kaum befahrenen Anliegerstraße gelange ich nach drei Kilometern nach Floßmühle, einem Ortsteil (und ehemaligen Holzflößplatz) von Borstendorf.

An der unteren Mühle, der früheren Papierfabrik mit Holzschleiferei, biege ich vom (schon fast nervenden) Asphalt über eine überdachte Fußgängerbrücke auf einen Trampelpfad, der mit zunehmender Länge immer mehr "verschwindet". Stellenweise muß ich dann auch die Hände zum sicheren Vorwärtskommen mit einsetzen, da die felsigen Abschnitte doch noch recht vereist sind. Die nur noch sporatischen Trittspuren lassen mich in Grünhainichen wieder in die Zivilisation kommen. Es folgt der Bahnhof Grünhainichen-Borstendorf, wo ich mich an einem Wegweiser erstmal wieder grob orientieren kann. Normalerweise brauche ich dem Fluß Flöha nur bis zur Stadt Flöha zu folgen, am einfachsten auf dem Flöhatalweg. Nur ist dieser nicht immer auf den Schildern mit angegeben, auch fehlt dazu meist die weiß-rot-weiße Markierung. Und wenn ich dann schon mal auf einen anderen Weg ausweichen will, wie dem Fabrikweg bei der Papierfabrik "Grünperga", dann ist er von schwerer Forsttechnik regelrecht umgeackert.

Kopie_von_IMG_20150222_104329_editKopie_von_IMG_20150222_132226VfB Fortuna U13 gegen FC Stollberg U13 4:4 (4:3).     Flöhatalweg bei Schellenberg.

So bleibt mir nur die Nutzung des Radweges nach Schellenberg, welcher jedoch ab der Marbacher Mühle durch die Holzrückung ebenfalls ordentlich verschlammt ist. Der "adidas boston boost" wird zum Plateauschuh und die (schlammfreie) "Ideallinie" verläuft die nächsten 500 Meter im Zickzack entlang der Flöha. Bis Schellenberg bessert sich der Zustand des Weges und ein normales Laufen ist wieder möglich. Vorbei an der Schellenberger Brücken-Dauerbaustelle und am Kamelgestüt biege ich wieder auf den Flöhatalweg nach Hohenfichte. An der 1602 erstmalig erbauten Holzbrücke habe ich die Halbmarathon-Distanz in einer Zeit von 1:55:20 h geschafft.

Ich verlasse nun kurzzeitig das Tal der Flöha und nehme den leichten Anstieg zum Ortsausgang von Hohenfichte. Dort gönnt man mir einen (trüben) Blick hinüber zur Augustusburg, bevor ich wieder hinab ins Lößnitztal nach Neumühle "absteige". Auf der Straße laufend, begleite ich nun die Große Lößnitz, bis sie sich mit der Flöha vereinigt.

Kopie_von_IMG_20150222_133721Kopie_von_IMG_20150222_140359Die 1832 erbaute Holzbrücke von Hohenfichte.            43 m hoch und 328 m lang: Hetzdorfer Viadukt.

Das Hetzdorfer Viadukt ist nun in greifbarer Nähe, ich nehme den Schlängelpfad hinauf zur Aussichtsplattform über dem Flöhatal und bewege mich auf dem alten Bahndamm nach Falkenau, so wie der Falkenauer Bergcrosslauf zum Ziel führt. Auf dem Flöhatalradweg nehme ich den Bogen der Flußführung mit und biege am Ortsausgang wieder auf den Wanderweg, welcher mich wenig später in die Stadt Flöha bringt.

Am nordwestlichen Ende der Großen Kreisstadt biege ich auf einen Pfad zwischen dem Zschopau-Fluß (in dem die Flöha kurz davor einmündet) und Zschopautal-Radweg Richtung Niederwiesa. Den gesamten Ort querend, erreiche ich den Radweg parallel zur B173, welcher hoch zum Zeisigwald führt. Erster Verschleiß wird hier von mir mit kurzen Gehpassagen kompensiert.

Beim "Einlauf" in die Heimatstadt ist fast die magische Marathonmarke auf der Uhr. Es bietet sich nun für mich die Möglichkeit eines dieser üblichen Zieleinlaufbilder zu ergattern. Was sonst bei etablierten Marathonveranstaltungen professionelle Fotographen übernehmen, könnte hier das "städtische Empfangsfotostudio" (in Form des stationären Blitzers) auf der Dresdner Straße erledigen. Nur müßte ich jetzt auf (regelwidrige) über 50 km/h beschleunigen, um einen Schnappschuß von meinem sportlichen Tun durch Runkels Standbildkamera zu bekommen. Mir fehlt jedoch die Kraft für solche Spielereien und so biege ich ganz normal in den Busch auf den Grenzweg, auf dem ich die 42,195 Kilometer nach 3:57:45 Stunden abhake.

Kopie_von_IMG_20150222_145515Kopie_von_IMG_20150222_170139_editFußball im Flöhaer Auestadion.                                                           Training in Zahlen.

Bei Kilometer 45 belohne ich die U4h-Marathonzeit mit einem großen Radler am Außenausschank der Heideschänke. Die fast zehn Minuten Standzeit erfaßt die persönliche Zeitmessung natürlich nicht! Durch Adelsberg und Reichenhain wird heimwärts fast die Idealroute gewählt und nach knapp fünf Stunden die Trainingseinheit gestoppt.

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