Waldwiese

Offener Vereinscrosslauf der WSG Schwarzenberg-Wildenau in Geyer 2015

Geschrieben von Ute Herfurt.

18.11.2015 - 11:10 Uhr - 11,2 km / 210 Hm+ / 206 Hm-

Kopie_von_IMG_1780Streckenführung entlang des Röhrgrabens.

Nach wochenlanger Wettkampfabstinenz hatte ich mich für den Crosslauf einschreiben lassen, um wenigstens im letzten Wertungslauf des Westsachsencups vielleicht ein paar Pünktchen für den Verein zu sichern. Das Wort "Cross" gab da auch den Ausschlag, im Gelände fühle ich mich relativ wohl, vor allem fußtechnisch.

Der Fackellauf in Mittweida am Vorabend sollte ja auch "nur" eine gemütliche Trainingsstunde werden. Ganz so locker wurde es dann doch nicht, denn als einzige Frau in der Männerdomäne wollte ich auf keinen Fall "Bummelletzte" werden. Die Nacht zum Feiertag war allerdings auch nicht von erholsamen Schlaf geprägt. Der Wind pfiff derartig durchs Gebälk, dass schließlich auch der letzte Lüftungsspalt im Schlafzimmer geschlossen wurde, um die Geräuschkulisse zu minimieren.

Nach einem gemütlichen Frühstück nutzte ich die Mitfahrgelegenheit im Vereinsbus, während Thomas sein Ränzlein schnürte, um den Vormittag am Spielfeldrand auf der Beyerstraße bei Martins C-Junioren-Fußballderby VfB Fortuna gegen den ESV Lok Chemnitz zu verbringen.

Die Anfahrt zum Startpunkt wurde mittels Einweisungspersonal und Shuttlebus sehr gut organisiert. Man reist in der ganzen Welt herum, aber die Eric-Frenzel-Schanzen und die Max-Liesche-Schanze an der Schanzenbaude in Geyer kannte ich bis dato noch nicht. Bis zu meinem Start über die 11,2 km hatte ich noch 1,5 Stunden Zeit, deshalb erkundete ich mit Fotoapparat erstmal die Strecke, leider war noch nicht vollständig markiert, so dass ich die 2,5-km-Runde nicht komplett abgehen konnte.

Kopie_von_IMG_1766Kopie_von_IMG_1803Ziel an der Schanzenbaude.              Vorsicht! Skifahrer kreuzen!

Nach kurzem Einlaufen, im wahrsten Sinne des Wortes (wann hat man im November schon mal die Möglichkeit in kurzen Sachen zu laufen) rückt der Start in greifbare Nähe. Die 5,6-km-Läufer werden kurz vor uns auf die Strecke geschickt, während wir noch hinter einem Warnband der Dinge die da kommen, verharren.

Mit dem Startschuss sprinten alle los, gefühlt steh' ich immer noch im Startbereich, eine Uhr habe ich heute nicht dabei, da muss ich mich auf mein Gefühl verlassen. Schnell zieht sich das Feld auseinander und die Frauen an mir vorbei. War wohl der Lauf am Vorabend eher kontraproduktiv, kreisen die Gedanken im Kopf. Na gut, einige rennen dann doch nur die ersten paar hundert Meter schnell.

Nach einem leichten Anstieg auf dem Pochwaldweg biegen wir links auf ein wunderbar weiches Waldwegstück ein, es endet in einem kurzen knackigen Anstieg, welcher nach rechts direkt am Röhrgraben entlang führt. Hier wird es etwas eng auf der Strecke, denn ein paar langsame Läufer der Kurzstrecke versuchen sich hier noch in ihrer ersten Runde. Wieder streifen wir den Pochwaldweg allerdings nur indirekt, denn mit erneuter scharfer Linkskurve befindet man sich auf dem Stockraumweg und der Weg ist weiter ansteigend. Nachdem wir dann rechts abbiegen, führt der Waldweg ein ganzes Stück geradehin und dann auch schon leicht bergab.

Manuela Kruppa hatte mich extra darauf hingewisen, dass nach Verlassen des Waldes ein Feld in Sicht kommt, welches am "Am kalten Feld" heißt und seinen Namen nicht zu unrecht trägt. Hier weht es ordentlich und der Streckenposten ist um seinen Job wahrlich nicht zu beneiden! Vom Vorderen Waldknochenweg biegen wir wieder rechts auf den Pochwaldweg ein und die lange Bergab-Passage bringt endlich die gewünschte Erholung. Nun geht es um die Wendebake und ich zähle die vor mir laufenden Frauen, zwei überhole ich kurz hintereinander.

Hoffentlich kann ich mein Tempo auch bis zum Ende durchhalten. Die zweite Runde fällt mir nicht so schwer, während manche schon kleine Gehpausen einlegen. Die Kurzstreckenläufer können nun schon in Richtung Ziel abbiegen, während ich wieder die Wende passiere, der dortige Streckenposten schreibt fleißig mit. Vor mir habe ich acht Frauen, da komme ich aber auch an keine näher heran, da bin ich mir sicher und nach hinten ist auch genug Luft zur nächsten Läuferin.

Kopie_von_IMG_1789Kopie_von_IMG_1774Wassertretbecken                                                            Streckenausschilderung.

Die dritte Runde ist schon etwas beschwerlicher und bergab bleibe ich diesmal hinter dem Schneeberger Männerduo, dass ich in den Vorrunden bergab überholen konnte, bevor sie am nächsten Anstieg wieder an mir vorbeizogen. Ein letztes Mal um die Bake und ich merke schon, dass ich wohl ohne Abstecher ins Gebüsch nicht bis ins Ziel komme. Platz nach hinten ist genug und so muss ich das Männerduo ziehen lassen. Kurz ins Gebüsch verzogen, kann ich den Lauf fortsetzen, ohne meinen Platz einzubüßen, es läuft sich jetzt auch wesentlich leichter, bergab richtig gut, nun darf ich auch Richtung Ziel abbiegen und aus Reflex will ich im selbigen die Uhr anhalten, die ich gar nicht am Arm trage.

Der Tee im Außengelände der Schanzenbaude ist kochendheiß, deshalb versuche ich meinen Durst vorerst mit Mandarinenstücken zu stillen. Es dauert eine ganze Weile, bis ich Bernd, unseren Vereinsvorsitzenden entdecke, der meine Jacke in Verwahrung hat. In jeder Runde hat er mir ein paar aufmunternde Worte zugeworfen. Das Auslaufen unterbreche ich allerdings kurz, um eine Runde durch das Wassertretbecken zu stiefeln - eine Wohltat. Kneippbeckenspezialist Tilo wäre begeistert von meinem Kniehub!

So langsam kommen die letzten Läufer ins Ziel. Die Strecke fand ich anspruchsvoll, aber auch lauftechnisch schön. Runden sind zwar durch die Wiederholung etwas öde, wenn es aufgrund von Baumaßnahmen nicht anders zu händeln ist, dann sollte man es als Läufer auch akzeptieren. Die Strecke war gut marktiert und außerdem an allen zweifelhaften Stellen mit menschlichen Wegweisern besetzt. Im Ziel hätte ich mir neben dem sehr geschmackvollen Tee auch etwas Wasser zum Abkühlen und als schnellen Durststiller gewünscht. Trotzdem ein großes Lob an den Veranstalter.

Bernd half dann die Ergebnislisten anzubringen, so wußte ich zwar von meiner Platzierung, allerdings immer noch nicht meine Zeit, denn als ich nachschauen wollte, war die Liste schon wieder weg. Ich hoffte ja, unter einer Stunde geblieben zu sein. Die Urkunde erfüllte dann meinen insgeheimen Wunsch.

Originelle Preise für die Podestanwärter gab es obendrein: Salatschüssel, Kuchenbehälter, Tischleuchte, hausgemachte Marmelade und Eierlikör.

Kopie_von_IMG-20151118-WA007Kopie_von_IMG-20151118-WA003W50: Ute Herfurt, Bärbel Hempel, Kerstin Lehnert.       W30: Nadine Krusche. Nur wo ist Carmen Wolf?        

Nachdem dann auch Wolfgang seinen Preis für den Altersklassensieg in Empfang genommen hatte, verzichteten wir auf den Shuttlebus und liefen die 1,3km gemütlich zum Parkplatz zurück. Durch die Umleitung in Burkhardtsdorf führte die Rückfahrt dann noch durch Einsiedel, die Perle des Zschopautales bis fast vor meine Haustür.


Ergebnis 11,2 km - Männer:   74 Teilnehmer

1. Flegel, Christian (SG Adelsberg) - 1. M20 - 42:37,3 min
2. Hein, Carsten (SC Norweger 1896 Annaberg) - 1. M35 - 42:47,5 min
3. Reichel, Sten (TSV 1872 Pobershau) - 1. M40 - 43:42,0 min
4. Kirmse, Andre (Laufen gegen Leiden) - 2. M40 - 44:48,9 min
5. Böhme, Sebastian (Helden am Sonntag) - 1. M30 - 45:34,0 min
6. Schramm, Sören (Chemnitzer LV Megware) - 2. M35 - 45:37,3 min

Ergebnis 11,2 km - Frauen:    20 Teilnehmerinnen

1. Gründler, Anne (SG Adelsberg) - 1. W20 - 52:01,4 min
2. Hempel,Bärbel (ESV Lok Döbeln) - 1. W50 - 52:22,9 min
3. Rothe, Cornelia (TSV 1888 Falkenau) - 1. W40 - 52:47,9 min
4. Tornack, Maria (Volkssport Leipzig) - 1. W35 - 53:45,8 min
5. Wolf, Carmen (ATSV Gebirge/Gelobtland) - 1. W30 - 55:06,7 min
6. Mannsfeld, Katrin (Volkssport) - 2. W35 - 55:55,5 min

9. Herfurt, Ute (LV Limbach 2000) - 2. W50 - 59:42,7 min



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