Waldwiese

Trainingslauf zum Trainingslager 2016

Geschrieben von Thomas Delling.

03.04.2016 8:37 Uhr 53,4 km 930 Hm+ 930 Hm- Trainingslauf

IMG 20160403 103806Auf dem "Rundwanderweg um Auerbach" - Streckenabschnitt des Fichtelberg-Ultra.

Um den anstehenden Fünfziger im Trainingsplan abhaken zu können, hätte sich natürlich mal wieder ein Sonntagsausflug zum Fichtelberg angeboten, der im ungefähren 50-Kilometer-Radius von Chemnitz liegt. Da uns jedoch die aktuelle Schneehöhe vom Gipfelanstieg nicht bekannt ist und wir uns unnützes Tiefschneegestapfe ersparen wollen, begnügen wir uns mit einem Lauf zur Jugendherberge Hormersdorf am Greifenbachstauweiher. Diese liegt an unserer Fichtelbergroute und ist just dieses Wochenende Domizil unser Laufvereins, der sein Trainingslager dort abhält.

Die Teilnahme am Trainingslager - das war früher so etwas, wie ein ungeschriebenes Gesetz für uns. Doch die Zeiten ändern sich und so ist dieses Wochenende schon weit im voraus anderweitig ausgebucht. Während Ute Freitagnachmittag für ihre Enkelin zuständig ist und am sonnabends als Umzugshelfer fungiert, habe ich an beiden Tagen Fahrdienst zu den Ballsportveranstaltungen in Burgstädt, Zwickau und Chemnitz. Bleibt nun nur noch der Sonntag um aktiv am Trainingslager des LV Limbach 2000 teilnehmen zu können. Da wird des Morgens, neben den üblichen Laufeinheiten, noch ein wenig das Berganlaufen geübt und mit einer GA1-Runde das abschließende Mittagsmahl eingeläutet. Genau diesen Zeitpunkt gilt es nun abzupassen, um dann schön gemütlich noch eine Runde oberhalb des Gey'rischen Teiches mit den (durch das sportliche Ausschlußverfahren) verbliebenen Vereinskameraden zu drehen, bevor wir wieder die Heimreise antreten.

Mit sechseinhalb Minuten Lauftempo ist die Geschwindigkeitsvorgabe unseres Trainingsplanes nicht allzu ambitioniert. Daher bieten sich ein paar Steigungen in der Streckenführung wunderbar an, um uns in unserem Tatendrang auszubremsen. Mit vorgeschriebenen 70% Herzfrequenz ist eine körperliche Belastung trotz allem (fast) tabu. Deshalb nehmen wir auch den "sanften" Einstieg in das vordere Erzgebirge, d.h. nach dem Zwönitztalweg folgt in Erfenschlag nicht der Direktanstieg am Gutsberghang, sondern die "moderate" Straßenführung. Über die Pappel, Berbisdorf und Eibenberg gelangen wir wieder ins Zwönitztal bei Kemtau. Es folgt rund ein Kilometer entlang der Bundesstraße, ehe es in Burkhardtsdorf wieder bergauf geht. Auf dem Pfad am Waldesrand werden dabei schon mal die Hautpartien der Waden von den noch niedrigen Brombeerstrauchstengeln auf ihre Reißfestigkeit geprüft.

Auf der ULF-Route laufen wir über die Besenschänke zum Tisch'l. Dort nehmen wir der "Einfachheit" halber die Streckenführung des Fichtelberg-Ultra, um nicht in Ortslagen von Auerbach und Hormerdorf zu müssen. So bleiben wir "oben" und sparen auf dem "Rundweg um Auerbach" unnütze Höhenmeter. Nach 23,5 Kilometern erreichen wir pünktlich zum Ende der Trainingseinheit des Berganlaufens die Jugendherberge. Zwar wäre man spontan bereit, für uns noch zehn 80-Meter-Einheiten am Hang zu protokollieren - wir lehnen aber dankend ab. Damit wäre jetzt Zeit fürs Auslaufen, nur weit und breit ist niemand dafür zu sehen. Letztendlich starte ich mit Marco und dem Hetzdorfer Philipp zur 4,5-Kilometer-Runde. Obwohl beide zur ganz schnellen Sorte zählen, begnügen sie sich mit mir auf einen Schnitt zwischen 4:30 und 4:45 Minuten pro Kilometer. Zudem übernimmt Philipp auch noch die Gespräche im Trio, so daß mir genügend Luft für die Beinarbeit bleibt. Mit einer Flasche Bier wird kurz darauf diese Einheit begossen und auch Ute trudelt von ihrer Runde (mit Atze) ein.

Leider müssen wir dann das uns angebotene Mittagsessen absagen. Zwei Essensmarken für Haxe und Klöße sind noch übrig - sicherlich ein standesgemäßer Abschluß einer "längeren" Trainingseinheit, aber unsere Vorgabe ist ja noch nicht komplett absolviert. Für den Heimweg habe ich eine 30-Kilometer-Strecke im Kopf, die ich schon mal vom Trainingslager heimzu nutzte. Da jedoch rund die Hälfte auf Asphalt verläuft, wird dieser Vorschlag von Ute abgeschmettert. Deshalb nimmt der Rückweg anfangs unsere Anreiseroute und ich überlege mir in der Zwischenzeit Alternativen.

IMG 20160403 115900Wende- und Verpflegungspunkt Jugendherberge Hormersdorf

Am Kohlweg oberhalb Auerbachs biegen wir nun in den Wald Richtung Gelenau ab, wo wir uns im Zickzack Richtung Tankstelle durchschlagen. Ein Rinnsal am Waldrand, welches uns die nötige Erfrischung bietet, macht jedoch ein Anlaufen dieses zivilen Verpflegungspunktes überflüssig. Am Ortsausgang von Gelenau queren wir die Bundesstraße und nehmen nun den Wanderweg nach Weißbach. Um jedoch den Bogen nicht zu sehr zu dehnen, halten wir uns etwas nördlicher und nehmen einen Weg Richtung Kemtau, der sich allerdings in Brombeersträuchern und moorähnlichen Waldwiesen auflöst. Mit ordentlich vollgetankten Schuhen und weiteren roten Striemen an den Beinen gelangen wir auf den Forstweg zum Kemtauer Wassertretbecken. Dort machen wir uns nun für die Schlußetappe frisch.

Diese verläuft entweder auf dem Wanderweg durchs Zwönitztal über Dittersdorf und Einsiedel oder über den Anstieg am Anbau in Eibenberg nach Berbisdorf zur Pappel und über den Gutsberg zurück ins Zwönitztal. Obwohl letztere Variante noch einmal rund 200 Höhenmeter bereit hält, entscheiden wir uns für diese etwas kürzere Strecke, denn Verschleißerscheinungen sind bei mir nicht mehr zu verheimlichen - Schuld ist dabei natürlich das Wetter! Am Freitag begann der April mit Schnee und einer roten Null auf dem Thermometer (als Aprilscherz?) und heute sind fast 20°C mehr auf der Skala, da kann man schon mal den Erschöpften mimen! 

 

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