Waldwiese

3. L'Intégrale in Niederbronn-les-Bains 2016

Geschrieben von Thomas Delling.

09./10.04.2016 135 km (76 km + 59 km)
4.300 Hm+ 4.310 Hm-  

Kopie von IMG 20160410 170256Das ist Ute. Obwohl sie weder beim Défi des Seigneurs noch beim Grand défi des Vosges auf dem Podest stand, gewinnt sie den L'Intégrale. Klingt komisch. Ist aber so!

Sein Geburtstagswochenende muß man nicht immer mit einer ausschweifenden Feier und damit verbundenem Völlegefühl und "schwerem Kopf" am Folgetag verbringen. In der Mitte des fünften Lebensjahrzehnts angekommen, sind die Partygene bei der Planung dieser Tagesgestaltung deutlich in der Minderheit. Vordergründig ist nun, dem abnehmenden Kalorienbedarf und der daraus resultierenden schleichenden Verfettung in diesem Alter entgegenzuwirken. Mit etwas mehr Bewegung hat man dabei gute Aussichten auf Erfolg. Deshalb wird mein Ehrentag mit einem fordernden Laufwettbewerb begangen und tags darauf die Nachwehen dessen mit einem nicht minder schweren Pendant nachbehandelt.

Der Verein "Les Vosgirunners" bietet für dieses Schema der Wochenendgestaltung das perfekte Programm an. Los geht es am Sonnabend mit dem Défi des Seigneurs, einem Wettbewerb über 76 Kilometer mit 2.500 Höhenmetern zu dem 350 Läufer zugelassen sind. Tags darauf kann man sich auf dem Grand défi des Vosges in Gesellschaft von maximal 300 Konkurrenten auf 59 Kilometern und 1.800 Höhenmetern austoben. Wer beide Läufe erfolgreich bestreitet, landet in der Wertung L'Intégrale. Man kann sich aber auch für die Challenge des Seigneurs einschreiben, dann braucht man nach der Sonnabend-Betätigung am Sonntag nur noch 25 Kilometer mit 1.000 Höhenmetern beim MAC VI zu absolvieren, der mit maximal 750 Teilnehmern über die Bühne, sprich die Anhöhen der Vogesen geht. Es gibt aber auch die Möglichkeit sich im Feld von 400 Läufern auf 12 Kilometern mit 300 Höhenmetern bei der Vosgigazelle zu beweisen.

Da die Planung für das Geburtstagswochenende schon Ende Dezember erfolgte, gab es bei unserer zeitigen Anmeldung die zwei längsten Strecken der Veranstaltung zum Paketpreis von nur 55 Euro.  Mit fünf (neuen) UTMB-Qualifikationspunkten ist diese Kombination der beiden Läufe auch im oberen Bereich der ITRA-Punkte-Skala angesiedelt. Das zur Startberechtigung ein ärztliches Attest benötigt wird, ist für Läufe dieser Größenordnung in Frankreich selbstverständlich. Nach Ende der Meldephase am 4. April sind auch, bis auf sechs Startplätze beim Grand défi des Vosges, alle Startnummern vergeben.

Kopie von DSC01409"Les Courses Nature de Niederbronn"  -  Défi des Seigneurs (76 km), Grand défi des Vosges (59 km), MAC VI (25 km) und Vosgigazelle (12 km).

Am Donnerstag und Freitag nutzen wir unsere Zeit für Ausflüge ins umliegende Gelände von Niederbronn-les-Baines (198 m). Stellenweise treffen wir so auf Streckenabschnitte der Wochenend-Wettkämpfe, welche schon mit Sägespänen abgegrenzt sind. Am Freitagabend erfolgt im Sportzentrum die Ausgabe der Startunterlagen. Das dafür im Original benötigte ärztliche Attest landet zu unserem Erstaunen auf einem großen Stoß weiterer Zettel, ohne irgendwie geprüft zu werden. Da hätte es dann sicherlich auch eine formlose Einwilligung vom Lebenspartner oder vom Laufgruppenältesten getan, um diese bürokratische Hürde zu nehmen. Für beide Veranstaltungen gibt es je eine Startnummer, also keine "besonderen Erkennungszeichen" für die Doppelstarter in Form einer eigenen Nummer. Dazu wird pro Lauf eine Flasche regionales Bier und ein Teilnehmerhemd für die jeweilige Sonntagsveranstaltung (in blau für den MAC IV oder in rosa für den Grand défi des Vosges) gereicht.

 

09.04.2016 7:00 Uhr 76 km 2.500 Hm+ 2.505 Hm- (Défi des Seigneurs)

Kopie von IMG 1941Stellenweise "anspruchsvoller Hindernislauf" in den Vogesen.

Natürlich geht es im Elsass, wegen der teils größeren Abstände der Verpflegungsstellen nicht ohne Pflichtausrüstung auf die Strecke. So müssen eine Pfeife, eine Rettungsdecke, ein Liter Flüssigkeit und etwas feste Nahrung, sowie ein Mobiltelefon mit eingespeicherter Notrufnummer mitgeführt werden. Dazu kommt noch eine Stirnlampe, welche allerdings nur die letzten Zieleinläufer in Anspruch nehmen werden müssen, da das Zeitlimit mit 13 Stunden und 50 Minuten doch recht weit in den Abend hineinreicht.

Um 5:30 Uhr klingelt der Wecker, denn ab 6 Uhr gibt es für alle im Hotel nächtigenden Läufer das Frühstück. Nur für mich gibt es davor noch das "Geburtstagsständchen" von Ute - die anderen Gratulanten aus der Heimat erledigen das später per WhatsApp. So habe ich während des Wettkampfes stets ein piependes Geräusch aus dem Rucksack im Ohr und die Beantwortung der Glückwünsche zieht sich am Abend über eine Stunde. Dreißig Minuten vor dem Start machen wir uns auf den Weg zum Paul-Weber-Stadion. Dort geht es mehr als entspannt zu, auch wenn es fast 7 Uhr ist. Es folgt eine kurze Einweisung in die Streckenmarkierung in französisch und deutsch. Kurz nach 7 Uhr ertönt ein mickriger Trötenlaut - langsam drängt sich das Feld durch den Startbogen. Eine dreiviertel Stadionrunde ist nun geprägt vom Geräusch des Geschwabbers der rund 350 Liter Wasser, die nun in den Rucksäcken in Wallung kommen.

Auf einem asphaltiertem Fußweg geht es zum nahegelegenen Waldrand, wo die erste merkliche Steigung sofort auch das angeschlagene Tempo deutlich reduziert. Im ständigen Bergauf oder Bergab schlängelt sich nun die Strecke, mal als Pfad, Weg oder Forststraße durch den Laubwald. Während Ute das Tempo bestimmt, kümmere ich mich ums Fotografieren. So erreichen wir nach knapp einer Stunde die "Industriebrache" von Jaegerthal und nach weiteren rund 60 Minuten die teils uralten Fachwerkhäuser von Mattstall. Dazwischen liegen wunderschöne Waldabschnitte, die zwar keine große Sicht in die Umgebung freigeben, jedoch mit Bunkern der Magniot-Linie und ersten zaghaften Hindernissen vom Holzeinschlag zu glänzen wissen. In Lembach (185 m) wartet dann der erste Verpflegungspunkt. Nach 22,5 Kilometern biegen wir in die Ortschaft ein und weil die Versorgungsstelle erst für Kilometer 26 ausgeschrieben ist, geht es noch einmal einen größeren Bogen durch den Wald. Mit Wasser und Cola, sowie Wurst, Käse, Banane, Apfelsine, Keksen, Schokolade, Salzgebäck, Kuchen oder getrockneten Aprikosen wird danach der Teilnehmer bei Laune gehalten, bevor es den nächsten langgezogenen Anstieg hinauf geht.

Nach dreieinhalb Stunden passieren wir den Col de Litschhof (334 m) und sind von nun an in Begleitung von drei Radfahrern, welche die teils enge und felsige Strecke, vorbei an Château de Loewenstein und Hohenburg, zur Burg Fleckenstein (358 m) mit ihren Drahteseln "abfahren". Im weiteren Verlauf zur Froensburg (305 m) liegen dann schon mal auf rund 200 Metern Wegstrecke gefällte Bäume vor den Füßen und die Hände dürfen dann zur besseren Ausbalancierung aus den Hosentaschen genommen werden. Die Streckenführung des Défi des Seigneurs befindet sich nun in unmittelbarer Grenznähe zu Rheinland-Pfalz. An den Resten der Burganlage Zigeunerfels (456 m) und der Burg Wasigenstein (350 m) vorbei, gibt es noch einmal reichlich querliegendes Holz auf dem Weg, ehe es zum zweiten Verpflegungsstand in Obersteinbach (234 m), bei Kilometer 44, geht. Mit der Burgruine Schöneck (380 m) passieren wir eine weitere in den Fels gehauene ehemalige Festungsanlage. Eine dreiviertel Stunde später haben wir auch VP Nummer drei erreicht. Beim Einbiegen in Dambach (226 m) empfängt uns ein größerer Bunker, der direkt neben der Kirche steht. Mittlerweile haben wir 56 Kilometer hinter uns gebracht und der letzte größere Anstieg steht auf dem Plan. Auf den nächsten zehn Kilometern wird der höchste Punkt der Strecke, der Grand Wintersberg (581 m) angelaufen.

Mit einem steileren Anstieg beginnt dieser Abschnitt und wir erreichen die Ruine Hohenfels (345 m), danach geht es gewohntermaßen wieder bergab. Ein langes Stück ohne Höhenunterschied läßt uns noch einmal die Konkurrenz von Ute abschütteln, bevor es entlang eines Rinnsals zum Plateau des Wintersbergs geht. Eine kurze Rast gönnen wir uns am Zelt neben dem 25 Meter hohen Aussichtsturm noch, ehe wir uns für die Schlußetappe Richtung Ziel ins Tal stürzen. Noch neun Kilometer und fast alles nur bergab. Schnell kommen wir Niederbronn-les-Bains näher. Wir erreichen markante Punkte unserer Freitagswanderung und können uns somit noch einmal motivieren, obwohl die Beine mittlerweile recht schwer geworden sind. Von hinten kommt nur noch ein Läufer an uns vorbei, wir schnappen uns jedoch noch deren fünf. Eine kleine giftige Hucke bremst zwar unseren Zielsprint etwas aus, doch Hand in Hand fliegen wir kurz darauf nach 9:35 Stunden Gesamtlaufzeit auf dem roten Teppich in der Sporthalle ein. Teil eins unserer Wochenendunternehmung ist geschafft! Es gibt eine Weste für den erfolgreichen Zieleinlauf und eine schnelle Stärkung am Zielbuffet. Dann wird eine Dusche im Hotel eingeschoben, um pünktlich 18 Uhr zur Siegerehrung wieder vor Ort zu sein.

Die Abendgestaltung hat danach wenig mit Geburtstagsfeier zu tun. Als erstes bedanke ich mich brav bei allen Gratulanten, deren Glückwunschschreiben in gesammelter Form noch auf dem Telefon verharren. Dieser Tätigkeit und unserer Unlust fällt der geplante Kneipenbesuch zum Opfer und mit zwei Bier wird auch nur ein Teil der heute verbrannten 7.003 Kilokalorien wieder aufgefüllt. Mit (dem Auftragen von) Franzbranntwein und drei, vier Übungen auf der "Blackroll" (Ute´s Geburtstagsgeschenk) wird dem Muskelleiden im Gebein entgegengewirkt. Die Prognose für ein problemloses Anrollen am Sonntag sieht nicht mal im entferntesten rosarot aus. Deshalb werden noch die Kompressionssocken zur besseren Regeneration übergestreift. So endet mein Ehrentag völlig unspektakulär.

 

Défi des Seigneurs:  350 Teilnehmer (303 im Ziel: 265 Männer, 38 Frauen)

1. Grairi, Emir E Sportive Thionville-Yutz 1. Se 6:59:29,13 h
2. Clipet, Thibault Landau Running Company 2. Se 7:09:33,43 h
3. Muller, Oliver Avoc 1. V1 7:16:39,88 h
4. Trottier, Vincent US Arnage 3. Se 7:21:45,51 h
5. Fernandez, Gerome Mont de Lans 4. Se 7:24:59,50 h
6. Le Berrigaud, Sylvain Melun Triathlon 5. Se 7:33:44,56 h
97. Delling, Thomas LV Limbach 2000 40. V1 9:35:23,85 h
         
1. Bas, Benedicte Chamesol 1. Se 8:37:14,38 h
2. Wegst, Silke Stuttgart 1. V1 8:51:19,95 h
3. Stern, Iris Landau Running Company 2. V1 8:56:06,27 h
4. Munarolo, Adeline Savigny le Sec 2. Se 9:03:59,03 h
5. Chaari, Erika TuS Framersheim 1. V2 9:14:43,08 h
6. Herfurt, Ute LV Limbach 2000 2. V2 9:35:24,28 h

 

10.04.2016 8:00 Uhr 59 km 1.800 Hm+ 1.805 Hm- (Grand défi des Vosges)

Kopie von DSC01443Auch am zweiten Tag gab es das ein oder andere Hindernis zu überwinden.

Der Sonntag beginnt für uns eine Stunde später - das bedeutet: Ausschlafen bis halb sieben. Ein etwas ausgedehnteres Frühstück folgt und der Abmarsch zum Stadion ist auch etwas später angesetzt. Zuvor muß jedoch anderes Schuhwerk an die Füße. Meine alten "Salomon Speedcross" habe ich am Vortag nun endgültig für deren Rentendasein zurechtgemacht. Das Profil ist nun nur noch zu erahnen und mehrere Löcher (bis zur Größe eines Zwei-Euro-Stückes) zieren das Obermaterial. Deshalb ist nach reichlicher Überlegung der typgleiche Schuh in der Gore-Tex-Ausführung mein heutiger Begleiter.

Der Anstieg zum Start fällt zwar nicht leicht, es ist aber auch kein Totalverschleiß zu spüren. Wie am Vortag werden die Besonderheiten rund um die Strecke angesprochen, diesmal auch die Baumfällarbeiten und die damit vorhandenen zusätzlichen Hindernisse. Es ist heute deutlich wärmer als am Sonnabend, deshalb haben wir die Windjacken (welche wir zum Défi des Seigneurs noch zusätzlich zur Pflichtausrüstung mitgenommen hatten) im Hotel gelassen. Wir sortieren uns im hinteren Drittel des Starterfeldes ein, da wir sicherlich erst unsere Beine wieder langsam an ihre Aufgabe erinnern müssen. Die ersten anderthalb Kilometer sind identisch zur Strecke der "Herrenrunde" und werden im Anstieg vom Großteil der Teilnehmer straff gewandert. Dies kommt uns nicht ungelegen und so ersparen wir uns kraftraubende Überholvorgänge auf dem engen Pfad. Richtung Heidenkopf (425 m) wird es flacher und breiter und wir nehmen die nötige Fahrt auf, um uns nach vorn zu schieben. Über den Col de Wolfenthal (465 m) steuern wir Jaegerthal (210 m) an. Vorbei an der Ruine des Eisenhammers, die auch heute wieder Fotomotiv (bei besseren Lichtverhältnissen) für mich ist, geht es auf kürzestem Weg durch den Ort. Es folgt, nach einem Wiesenabschnitt in der wärmenden Morgensonne der bekannte Anstieg durch den mit Buchengeäst verstopften Hohlweg, der später zum Col de Guensthal (402 m) auf der Magniot-Linie führt. Über den Col de Wineckerthal (334 m) wird in nördlicher Richtung noch eine Schlaufe durch den Wald gelaufen, ehe es unterhalb der Burgruine Windstein zum ersten Verpflegungspunkt bei Kilometer 22 geht. Am Col entre les Deux Windstein (314 m) gibt es das komplette Gedeck, wie wir es vom Vortag kennen.

Der nächste Anstieg ist dann mit gefällten Fichten blockiert, dafür öffnet sich am oberen Punkt der herrliche Blick zurück zur Burg Windstein und kurz darauf führt die Strecke durch die Ruine von Neu-Windstein. Es geht in einem weiten Bogen um den Grand Grueneberg oberhalb des Wineckerthales nach Kehlenhof. Wir passieren die Ruine Wineck (363 m) und treffen am Col du Wineck (343 m) auf die Sonnabend-Runde. Es geht nun wieder in einer rund 500 Meter langen Schlaufe um den Col du Langthal (289 m) über die abgesperrte Straße, ehe die Burganlage Schöneck (380 m) auf dem Streckenplan liegt. Entlang der Hänge des Modenberg nehmen wir Kurs hinab nach Dambach (226 m). Der Wiesenweg am Schwarzbach, welcher sich vom Quellmoos ganz in grün präsentiert, endet am Blockhaus de Dambach Eglise (dem Bunker der Infanterie an der Dambacher Kirche), von dort sind es nur noch wenige Meter bis zum (gestrigen) Verpflegungspunkt nach rund 43 absolvierten Kilometern. Wir nehmen reichlich von den saftigen Orangenstücken und noch etwas Salziges, das Ganze wird vermischt mit Wasser oder Cola, dazu werden die Flaschen wieder mit Wasser gefüllt und noch eine kurze Streckenbeschreibung von einem der Organisatoren eingeholt, denn der Weg hinauf zum Grand Wintersberg ist nur stellenweise identisch mit dem Aufstieg am Vortag.

Die Burg Hohenfels (345 m) säumt noch den Streckenrand, jedoch am Col du Molloch (362 m), dem Grenzpunkt vom Mosel- und Niederrheingebiet, nehmen wir eine Abkürzung hinüber zum Col de l'Angelsberg (398 m) und treffen später wieder auf die Sonnabend-Runde. Am Petit Wintersberg biegen wir ab und laufen einen langgezogenen Bogen um den Grand Wintersberg (581 m). Anfangs sorgt noch die Beschilderung des "Parcours sportif Alsace" für Erheiterung, da die auf den Schildern vorgeschlagenen (leichten) sportlichen Übungen für uns jetzt nahezu unmöglich erscheinen. Unmöglich erscheint uns danach nur noch die Länge der Gipfelumrundung - wir müßten doch nun endlich mal den finalen Anstieg erreichen, der auf dem Höhenprofil (welches Ute in laminierter Form am Rucksack trägt) den "Höhepunkt" der Tour markiert. Als er dann endlich von uns in Angriff genommen wird, habe ich komplett die Orientierung verloren und so kommt es, daß ich bei der Ankunft auf dem Plateau das Versorgungszelt auf der anderen Seite vom Aussichtsturm wähne. Da wir aber heute von Süden den Turm anlaufen und nicht (wie am Vortag) von Norden, steht natürlich der Verpflegungspunkt auch auf der "anderen" Seite.

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Sonnabend: das Zelt steht links neben dem Turm. Sonntag: das Zelt steht rechts neben dem Turm.

Nach einer kleinen Stärkung begeben wir uns auf die letzten acht Kilometer, die sich fast nur noch hinab ins Tal ziehen - kleine Gegenanstiege ausgenommen. Die Wege über den Col du Pottaschkopf (482 m) und den Col Borneberg (461 m) lassen sich richtig gut laufen. Wir machen daher noch einige Plätze im Klassement gut und biegen wenig später auf uns bekanntes Terrain. Nach dem Aussichtspunkt Les trois chenes (325 m), den drei Eichen, überholen wir sogar noch zwei Frauen. Die jüngere der beiden wähnen wir in der "L'Integrale"-Wertung, was sich nach unserer Zielankunft jedoch als falsch heraus stellen wird. Auf einmal können wir noch einen Zahn zulegen und kommen so zwangsläufig ins Gespräch über die wichtigen Dinge: Natürlich hat Ute vor dem heutigen Start das Teilnehmerfeld nach Konkurrentinnen vom Vortag abgesucht und sie ist dabei auch fündig geworden. Da aber keine Ergebnisliste vom Défi des Seigneurs aushing oder im Internet abrufbereit war, blieb allerdings auch viel Spekulation. Dann erzählt mir Ute von dem Radfahrer, den wir heute dreimal an der Strecke sitzend trafen, der ihr zurief (während ich in Jaegerthal etwas abseits fotografierte), sie wäre "premiere feminin L'Integrale" - also "erste Frau der L'Integrale-Wertung". Und Ute erzählt mir das auch nur, weil sie es nicht richtig verstanden hat und ihre Vermutung jetzt (rund 45 Kilometer später) bestätigt haben will. Sicherlich handelte es sich bei dem Streckenposten um einen Offiziellen, der die Startnummern der jeweiligen Erstplazierten in petto hatte, denn ein System war/ist dabei nicht erkennbar. So haben wir genügend Gesprächsstoff bis ins Ziel, welches heute zwischen Sporthalle und Fußballstadion liegt. Die letzten hundert Meter laufen wir wieder Hand in Hand zum Zielbogen und stoppen nach 7:31 Stunden unsere Uhren.

Kopie von DSC01486Zielankunft beim Grand défi des Vosges.

Auf der angrenzenden Wiese machen wir es uns nun im Sonnenschein bequem. Beim Verzehr von zwei Bier und zwei "Rotwürsten" warten wir gleich vor Ort auf die Siegerehrung. Und da wird "Üt Erfür" als "Vainqueur feminin L'Integrale" nach vorn gerufen! Ihr dritter Frauensieg im Ausland. Nachdem sie im Vorjahr den 48-Stundenlauf von Gols in Österreich klar gewonnen hat und 2013 als einzige Frau den schweren Trail Ticino (130 km) in der Schweiz überstand, ist nun auch ein Sieg in Frankreich zu verzeichnen.

 

Grand défi des Vosges:  294 Teilnehmer (219 im Ziel: 192 Männer, 27 Frauen)

1. Kennel, Stephane Goersdorf
1. V1 4:44:14,01 h
2. Mantel, Franck Jamg / Altitude Sante 2. V1 4:49:14,13 h
3. Hoarau, Jean-Hugo Team Hoka 1. Se 4:52:52,31 h
4. Ditsch, Mathieu Assa 2. Se 5:19:21,82 h
5. Brillatz, Joan Munster
3. Se 5:27:41,48 h
6. Ohler, Michael Kandel
3. V1 5:29:41,28 h
115. Delling, Thomas LV Limbach 2000 56. V1 7:31:27,85 h
 
1. Nunige, Jasmin Team Adidas 1. V1 4:55:35,13 h
2. Schmidt, Hella Jena
1. Se 5:34:59,88 h
3. Plumere, Christine Matra Training 2. Se 6:22:08,65 h
4. Ellwanger, Sylvia VfL Winterbach 2. V1 6:37:45,45 h
5. Maier, Barbara Landau Running Company 3. V1 6:51:23,78 h
6. Foegle, Catherine Soucht
4. V1 6:55:14,07 h
12. Herfurt, Ute LV Limbach 2000 3. V2 7:31:28,36 h

 

Endstand "L'Intégrale":   86 Teilnehmer (45 Männer und 5 Frauen in der Wertung)

1. Clipet, Thibaud Landau Running Company 1. Se 12:39:25,52 h
2. Muller, Oliver Avoc 1. V1 13:06:09,75 h
3. Moog, Paul Landau Running Company 2. V1 13:23:07,69 h
4. Muntenasu, Petru Mammut 3. V1 13:39:10,23 h
5. Esselin, Gilles Cyclo Club Kingersheim 1. V2 14:04:28,01 h
6. Timmermanns, Gaulthier Liège 2. Se 14:30:51,22 h
21. Delling, Thomas LV Limbach 2000 12. V1 17:06:51,70 h

 

1.   Herfurt, Ute                      LV Limbach 2000                1. V2    17:06:52,64 h
2. Muller, Geraldine Athletic Vosges du Nord 1. V1 17:46:48,48 h
3. Kempf, Sabine From Dusk Till Dawn 2. V1 18:39:36,86 h
4. Amarge, Carole Noisy le Grand
1. Se 19:31:35,50 h
5. Guillaume, Stephanie     Frotey lés Lure
3. V1 20:09:23,67 h

 

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Frauen-Siegerehrung "L'Intégrale" Der Pokal mit dem Höhenprofil.

Die "Courses Nature de Niederbronn-les-Bains" sind definitiv eine sinnvolle Wochenend-Freizeitgestaltung, selbst wenn man dabei keinen Geburtstag feiert. Die Streckenführung ist auf ein Minimum an Asphalt reduziert und durchweg abwechslungsreich. Zwar ist durch die großen Waldabschnitte die Weitsicht eingeschränkt, aber mehrere Felsformationen mit Burgen oder Burgresten werden direkt angelaufen und auch die alten militärischen Anlagen sind Sehenswürdigkeiten auf dem Kurs. Eine perfekte Organisation rundet das Gesamtbild der Veranstaltung ab.

Bilder vom Défi des Seigneurs:

Bilder vom Grand défi des Vosges:

Bilder aus Niederbronn-les-Bains:

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