Waldwiese

18. Burgen- und Landschaftslauf Zschopau 2016

Geschrieben von Thomas Delling.

12.06.2016 9:50 Uhr 18 km 375 Hm+ 475 Hm- Gruppenlauf

Kopieren 2 von DSC02053Anno 1730 benötigte man von Wolkenstein nach Zschopau 2:45 Stunden (per Postkutsche).

Nun ist es schon wieder fünf Jahre her, daß ich mit Bruno und Martin am Burgen- und Landschaftslauf von Scharfenstein nach Zschopau teilnahm. Damals waren die sieben Kilometer für die Jungs völlig ausreichend, doch dieses Jahr müssen sie die Gesamtstrecke, von Wolkenstein beginnend, absolvieren - das verlangt einfach der übertriebene Ehrgeiz des erfolgssüchtigen Vaters. 

Bruno ist jedoch frühzeitig aus der Geschichte raus. Mit seiner Sportverletzung hat er eine geeignete Ausrede, um den Sonntagmorgen mit ausreichend Schlaf zu begehen - schließlich läuft ja gerade die Fußball-Europameisterschaft mit den Gruppenspielen an und da gilt es, bis in die späten Abendstunden hellwach zu sein. Martin hingegen brauche ich gar nicht groß zu bitten, er will unbedingt die lange Strecke laufen, auch wenn sein bisher längster Lauf gerade einmal 7,5 Kilometer betrug und er mit dem (regelmäßigen) aktiven Laufsport so viel zu tun hat, wie ich mit dem Fußballspielen. Dafür rede ich mir bei Jens, wie gewohnt, den Mund fusselig, als ich ihn für diesen Lauf begeistern will. Erst als sich Ute der Sache annimmt, beißt er an. Allerdings ist auch bei ihm die klassische 18-Kilometer-Distanz nicht unbedingt mehr das momentane Betätigungsfeld. Zum Glück ist Ute in Topform und ich nicht weit davon entfernt. Somit ist für Jens' und Martins "Sicherheit" auf der Strecke gesorgt.

Kopie von DSC02081Kurze Verschnaufpause.

Mit dem Bus geht es frühmorgens von Zschopau nach Wolkenstein, wo auf Schloß Wolkenstein der Start in drei Gruppen vollzogen wird. Zuerst macht sich der größte Block auf den Weg - mit einem Tempo von sechs Minuten und langsamer, in dem wir natürlich dabei sind. Zuerst wird auf der Heidelbachstraße die Zschopau angesteuert. Das Feld ist ziemlich schnell auseinandergezogen und nach einer Pinkelpause sind unsere Vorderleute schon gar nicht mehr zu sehen. Nach dem Floßplatz folgt der erste Anstieg Richtung Warmbad, der uns auf den Alpinen Wandersteig führt. Da ich mit Jens und Martin das Schlußlicht bilde, kann ich auch mal die wenigen sich bietenden Aussichtspunkte auf das Zschopautal ansteuern - ist ja schließlich kein Wettkampf! Wenig später wartet dann Ute in Hopfgarten auf uns, damit wir gemeinsam am Bahnübergang die Wartezeit auf den Zug (den wir natürlich nicht nutzen) verbringen können. Kurz darauf werden wir von den zwei schnelleren Gruppen überholt. Ute und Jens zieht es in deren Sog mit und so bin ich mit Martin nun wieder ganz allein ganz hinten.

Dementsprechend spät erreichen wir auch die Burg Scharfenstein, wo eine kleine Verpflegung mit Wasser und Obst eingerichtet ist. Für Martin kommt diese Pause wie gerufen, da er doch schon ganz schön platt ist. Zu acht verlassen wir die Burg auf die Schlußetappe nach Zschopau. Einen Teil der noch übrigen Bananen- und Apfelstücke nehmen ich dabei in einem Getränkebecher als Marschverpflegung für Martin mit. Der Weg führt anfangs hinab zum Zschopau-Fluß, nimmt jedoch nicht den gleichen Streckenverlauf wie 2011. Damals wurden Wege, vorwiegend in Flußnähe genutzt - heute zieht sich der Verlauf über den Ziegenrück. Unterwegs wird dabei sogar noch ein kleiner Imbiß angeboten, obwohl sich Martin und Jens im Beisein des mobilen Obststandes und der mobilen Wasserstelle (Ute trägt noch eine Flasche Wasser bei sich) schon vollverpflegt fühlen.

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Bevor es auf den 31 Meter hohen Bergfried "Dicker Heinrich", dem Wahrzeichen von Schloß Wildeck geht, wird der Burggarten noch durchstreift. Vor Antritt des Schlußanstieges zur Aussichtsplattform des Turmes bekommt jeder Teilnehmer noch eine Flasche Wasser ausgehändigt - man soll ja schließlich nicht noch auf der Zielgeraden scheitern. Zwei Stunden und neun Minuten nachdem wir mit Glockengebimmel vom Schloßhof in Wolkenstein in die Spur geschickt wurden, stehen wir nun bei guten Sichtverhältnissen auf dem ehemaligen Wehrturm. Damit wurde die in Wolkenstein an der Postmeilensäule angegebenen zweidreiviertel Stunden regelrecht pulverisiert. Vor allem, wenn man bedenkt, daß die dort angeschlagene Entfernung, bei der Umrechnung von Wegstunden (eine Wegstunde = 0,5 Postmeilen = 1.000 Dresdner Ruten = 4,531 Kilometer) in Distanz gerade einmal 12,46 Kilometer ergibt.

Kopie von DSC02128 Kopie von DSC02136
Schloß Wildeck mit Bergfried "Dicker Heinrich" ... ... dem Ziel des Burgenlaufes.

Die Veranstaltung ist damit aber noch nicht zu Ende. Dem leckeren Nudelgericht folgt die Urkundenvergabe an die Teilnehmer und als Höhepunkt schließt sich eine Tombola an. Dabei bewahrheitet sich meine Prophezeiung für Jens, der letztmalig beim Tegelberglauf 2010 einen leeren Bierkrug bei der dortigen Tombola gewann. Er wird zu den Auserkohrenen zählen, da er eben schon sooo lange nichts mehr abgeräumt hat. Und siehe da, er ergattert zwar keinen der drei 100-Euro-Gutscheine, sondern hat mit einem Springseil (Verpackungsaufschrift: Fit durch Seilspringen) genau das passende Sportuntensil zum Verfeinern seiner Koordination und Verbesserung seiner konditionellen Fähigkeiten gewonnen. Zu seinem Hauptgewinn gibt es noch eine Körperpflege (für die dann straffere Haut) und ein Handtuch (zum Schweißabtrocknen) dazu. Auch Ute wird nach vorn gerufen, bekommt allerdings ein Burgenlauf-Funktionshemd in der Größe XL überreicht. Da ihr dies eine Nuance zu groß ist, habe ich somit auch einen Tombolaerfolg zu verzeichnen. Zusätzlich gibt es ja mit zweimal Salatbesteck aus Holz bzw. Plaste für sie noch einen typisch weiblichen Gewinn. Auch Martin geht nicht leer aus. Er kann einen ordentlichen Muskelkater und eine große Tüte Stolz mit nach Hause nehmen.

Vielen Dank den Organisatoren und Helfern vom SV Nordisch-Alpine Zschopau und der SG 47 Wolkenstein, sowie den regionalen Sponsoren für so eine Art Laufveranstaltung. 

 

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