Waldwiese

5. Spendenlauf für krebskranke Kinder - "Rund um das Zeulenrodaer Meer" 2016

Geschrieben von Thomas Delling.

16.07.2016 6:00 Uhr 50 km 710 Hm+ 710 Hm- Gruppenlauf

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Nach 2013 gibt unser Terminkalender endlich wieder das vorletzte Juli-Wochenende für den Spendenlauf in Zeulenroda frei! In den vorangegangenen Jahren "blockierten" entwender der Karwendelberglauf oder der Großglockner-Berglauf unsere Teilnahme an dieser Veranstaltung.

Als wir vor drei Jahren bei der zweiten Austragung des Laufes waren, begann dieser noch wochenendfreundlich gegen 9 Uhr. Ausschlafen und eine entspannte Anreise waren damals noch möglich. Diese Zeiten sind allerdings vorbei, denn wer Gutes tun will, muß auch mal kleine Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen - 3:45 Uhr klingelt deshalb schon der Wecker. Unsere für 4:15 Uhr geplante Abfahrt verschiebt sich durch die morgendliche Trägheit noch um 20 Minuten. Die Straßen sind jedoch trotz angekündigter Reisewelle frei und gut eine Stunde später erreichen wir demzufolge schon den Waldsportplatz in Zeulenroda-Triebes. Dort herrscht um diese Uhrzeit schon ein reges Begängnis. Die Vorbereitungen für den 50-Kilometer-Lauf liegen in den letzten Zügen. Für die Organisatoren wird es zwar nach dem ersten Start des Tages bestimmt nicht ruhiger, denn noch mehrere Läufe, Wanderungen und "Radtouren" bestimmen den Ablaufplan des Vormittags.

Insgesamt 14 Männer und Frauen stellen sich kurz vor 6 Uhr unter dem Startbogen für den "langen Kanten" in Position. Alles läuft ganz "familiär" ab. Dabei verliert Cheforganisator Uwe Hager noch ein paar Worte ans Laufvolk und läßt dabei nicht unerwähnt, daß ich bei meiner Teilnahme 2013 (meinem Bericht zufolge) erstmalig nach einem Ultralauf an Gewicht zugenommen habe. Diese Zeiten sind mittlerweile auch vorbei. Ob zurückgelegter Marathon oder "kurzer" Ultralauf - mein Körper gibt kaum noch Reserven preis und wenn dabei noch die Verpflegung stimmt, dann ist das Plus auf der Waage schon vorhersehbar. Das soll aber jetzt nicht die Benefizveranstaltung mit ihrer großzügigen Unterwegs-Bewirtung abwerten, falls ich doch im Ziel eine Kleidergröße kleiner benötigen würde.

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Kurz vor 6 Uhr im Waldstadion Der Talsperrenweg mit nur 45 km ist zu kurz!

Doch bis zur ersten Stärkung ist es ein langer Weg - ca. 9 Kilometer. Unter der Führung von Ultralauf-Nationalmannschafts-Mitglied Heike Bergmann arbeiten wir uns durch das Tiergehege runter zum Ufer der Zeulenrodaer Talsperre. Vieles hat sich seit unserer letzten Teilnahme verändert. Ein breiter Weg führt entlang des Gewässers zum neu angelegten Strandbad. Danach biegen wir wieder in die "richtige" Natur ab. Auf dem Talsperrenweg nehmen wir nun Wald- und Wiesenwege und Heike erklärt dabei als Reiseleiter das Drumherum. An der Vorsperre Riedelmühle am Pahrener Holz steht dann zum ersten Male der Versorgungs-Transporter. Zum Anfüttern gibt es Apfel, Banane, Zitrone und die üblichen Getränke, wie Wasser mit wenig und ohne Schuß, Iso und Limonade. Mit dem Hinweis in Förthen diesmal unbewirtet zu sein, verabschieden wir uns bis Pahren bei Kilometer 16. Dazwischen liegt die erste, in Uwe's Ansprache erwähnte, Streckenquerung der 55. Thüringen-Rallye. Die Streckenposten sind dabei in unseren Lauf eingeweiht und lassen uns in einem ruhigen Moment über die Fahrbahn huschen.

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Strandbad Zeulenroda ... zum zweiten Mal dabei!

Diverser Süßkram, wie Riegel, Gels, und alkoholfreies Bier stehen beim zweiten Verpflegungsstop, etwas außerhalb des Ortskerns von Pahren, auf dem erweiterten Speiseplan. Auch hier steht der Automobilsport in der Rangliste der Wochenend-Sportereignisse eine Stufe über dem Lauf und so ist der angestammte Platz im Ort von Motorsportfans beschlagnahmt. Über Zickra erreichen wir Wenigenauma. Dort ist die nächste Verpflegung an einem schattigen Platz vor dem Ortseingang aufgebaut. Ein Halbmarathon liegt nun hinter uns und wir sind schon geschlagene 3:20 Stunden dafür unterwegs. Das geht doch bestimmt auch schneller? Sicherlich, aber wir haben ja keinen Wettkampf zu absolvieren und mehrere kurze Pausen nehmen eben ihre Zeit in Anspruch.

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Heike - im normalen Leben in der Nationalmannschaft, heute "Tempo(langsam)macher"

Insgesamt zehnmal ist das Versorgungsfahrzeug der drei Betreuer für uns an der Strecke präsent. Zur "Halbzeit" in Wiebelsdorf werden nun Wiener Würstchen, alternativ mit Senf oder Ketchup, zum Speiseplan hinzugefügt. Wem also die bisher angebotenen Wurst-, Käse- oder Speckfettschnittchen zu "light" waren, kann jetzt ordentlich zulangen, um die nötige Energie für die zweite Hälfte der Strecke zu tanken. 

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Die Verpflegungsdichte ist zwar auch im zweiten Teil nicht minder hoch, aber die Sonneneinstrahlung und die distanzbedingte "Ermüdung" zehren schon ein wenig am Gesamtzustand. Die Abstände zwischen Staitz, Schüptitz und Dörtendorf sind allerdings mit drei bis vier Kilometern recht überschaubar und so ist die Nahrungs- und Getränkeaufnahme wirklich immer nur für sehr kurze Zeit unterbrochen. Diese wird mit recht interessanten Wegabschnitten durch Wald und Flur überbrückt und erreicht am "Schönen Blick" nach 42,5 Kilometern ihren Höhepunkt. Auf einer Kanzel mitten im Wald, oberhalb der Weidatalsperre schmeckt das Bier und die Schokolade am Stiel bei einer phantastischen Aussicht gleich nochmal so gut. 

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Kurz vor dem Ziel wird in Weißendorf noch eine kleine Rast eingelegt, ehe es zum Waldsportplatz geht. Dort werden wir schon von mehreren Kindern erwartet, welche uns mit selbstgebastelten Medaillen für unseren Lauf belohnen. Auch wenn dieser mit rund siebeneinhalb Stunden Dauer nicht der schnellste Ritt war - die vielen Pausen zum Essen, Trinken oder auch nur zum Gucken rechtfertigen diese Zeit. Die reine Laufzeit pegelte sich bei 5:49 Stunden ein, was einem 7-Minuten-Schnitt pro Kilometer entspricht. Wie schon gesagt, es ist kein Wettkampf sondern ein "Genußlauf" (wegen der reichhaltigen Versorgung und der schönen Streckenabschnitte). Wer sich gemächliche 50 Kilometer zutraut und gern das entspannte Gespräch während des Laufens sucht, ist bei dieser Veranstaltung genau richtig. Für alle anderen gibt es ja auch noch genügend Ausweichstrecken von kürzerer Distanz.

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Schlußetappe mit phantastischer Aussicht und gefährlichem Ponyreiten.

Aufgrund der vielen Sponsoren ist das Drumherum dieser Benefizveranstaltung abgesichert und so kommen sämtliche Startgelder der "Elterninitiative für krebskranke Kinder Jena e.V." zugute. In diesem Jahr sorgten 660 Sportler auf den verschiedensten Strecken und weitere Gönner für eine Spendensumme von immerhin 18.000 Euro.

Der nächste Spendenlauf findet am 15. Juli 2017 statt. Diesen Termin sollte man sich schon mal im Kalender vermerken - Ute und ich werden uns hoffentlich keine anderen Laufhöhepunkte in den Weg legen und in einem Jahr wieder in Zeulenroda für krebskranke Kinder unterwegs sein.

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