Waldwiese

3. Kilometer-Marathon "Rund um Einsiedel" 2017

Geschrieben von Thomas Delling.

11.02.2017 11:20 Uhr 42,250 km 1.010 Hm+ 1.010 Hm- Trainingslauf

Kopie von DSC03903 "Rund um Einsiedel" bei winterlichen Bedingungen!

Nachdem die Premiere und die erste öffentliche Austragung des Kilometer-Marathons "Rund um Einsiedel" zahlenmäßig etwas über das Ziel hinausgeschossen war - 47 Kilometer statt 42,195 und 1.070 Meter im Anstieg anstatt des vertikalen Kilometers - mußte eine Neuvermessung für gängigere Maße sorgen. Sicherlich gibt es dafür bessere Bedingungen, als die winterlichen Altlasten und der Neuschnee vom Morgen ...

Wir sind jedoch in Zeitnot! Während Ute wenigstens ein paar Kilometer fürs Trainingstagebuch bei ihrem Weg zur Arbeit sammelte, hielt ich die Beine bisher recht still. Nun mußte aber mal die Initiative für geregelten Laufsport ergriffen werden - schließlich warten 2017 ein paar längere Wettbewerbe, die untrainiert sicherlich zur Hölle werden und auch die im Vorjahr etablierte Einsiedel-Runde steht für diese Wettkampf-Vorbereitungen zwangsläufig mit auf der Agenda.

Als erste Neuerung wird dabei die Laufrichtung gewechselt und somit der Wasserwerkspark in Altchemnitz zuerst angesteuert. Über den Zwönitztalweg gelangen wir nach Erfenschlag und dort wartet, mit der (kurzen aber knackigen) Bezwingung des Gutsberges, schon die erste "harte Nuß" auf Ute und mich. Von der Talsohle wird dabei der direkte "Weg" parallel zur ehemaligen Skisprungschanzen-Anlage gewählt. Der Weg steht dabei in Anführungsstrichen, da es nur anfangs ein paar Stufen gibt, welche in den Hang führen. Danach folgt ein ambitioniertes Stapfen im Tiefschnee zwischen Rotbuchen und Laubholz-Anflug hinauf zur "Straße", welche in einem Feldweg zum Aussichtspunkt "Pappel" mündet. Davor biegen wir jedoch in den Eibischbusch ab und nehmen so noch eine kleine Schlaufe mit ein paar Höhenmetern, Richtung "Pappel", hinzu. Der Panoramaweg-Blick auf Einsiedel kommt heute mit seiner vergrauten Sicht nicht so recht zur Geltung, da die Sonneneinstrahlung fehlt. Vielleicht können wir ja Siggi und Tilo davon überzeugen, hier deren Chemnitz-Umrundung entlang zuführen - im Mai ist die Aussicht sicherlich etwas farbiger.

Ungestört von Treiben einiger Jugendlicher, die am Aussichtspunkt versuchen ihr Fahrzeug aus dem Schnee zu befreien, nehmen wir den direkten Abstieg ins Würschnitztal durch die Alte Harth, so wie er bisher entgegengesetzt bei "Rund um Chemnitz" gelaufen wurde. Auch der Anstieg von Harthau zum Harthwald entspricht dieser bekannten Wegführung. Danach werden einige Haken in den sonst stupiden Routineweg eingebaut und gegenüber dem Klaffenbacher Birkencenter für einige hundert Meter auf teils vereisten Fußweg gewechselt. Die Landwirtschaftsstraße führt danach zur B95. Bis auf ein paar kleinere Schneewehen ist hier das Laufen gut möglich, wenn nicht der permanent-monotone Anstieg und die vorangegangenen Kraftmeiereien im verharschten Schnee gewesen wären.

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Genuß ... ... und Qual.

Hinüber nach Berbisdorf und weiter nach Eibenberg ist die Straße "schwarz" und es geht zügig voran. Wir wählen danach die Tiefschneevariante Richtung Park und biegen dort über das Feld zum oberen Scheitelpunkt des "Anbaus" (dem Ende der 12%igen Straßensteigung Neueibenbergs, von Kemtau zur Eibenberger Kirche) ab. Damit ist auch die Hälfte der angestrebten eintausend Höhenmeter im Sack! Nun geht es weiter durch tiefen, stellenweise durch Motorradspuren zerfurchten Schnee hinab ins Zwönitztal. Bei Ute ist mittlerweile die Leichtigkeit in Frust umgeschlagen. Zu kräftezehrend ist die Aktion und sie beschließt, den direkten Heimweg entlang der Zwönitz zu wählen. In Kamerun trennen sich daher unsere Wege. Doch zuvor wird noch die Pflichtausrüstung sortiert: Telefon und Rettungsdecke bekomme ich von Ute für meine weitere Streckenerkundung ausgehändigt und die mitgeführte Tube "Milchmädchen" (170 Gramm gezuckerte Kondensmilch für 1,39 Euro) gönne ich mir im folgenden Anstieg zum Burgstein, da der zertrampelte Weg nur einen schnelleren Wanderschritt zuläßt. Auch der sich anschließende Abschnitt zum Kalkofen und weiter nach Weißbach ist für Bestzeiten heute nicht zu gebrauchen. Unter der rund drei Zentimeter hohen Neuschneeschicht ist es großflächig vereist und der nötige Halt, selbst mit den Eisenspiralen an den Schuhen, nicht gegeben. So ruschel' ich stellenweise wie bei Schlittschuhlaufen dahin. Am Waldrand ist meine Wegzehrung aufgebraucht, aber der Lebensmittel-Discounter von Weißbach (zum Nachrüsten) schon in Sicht! Den Gang in das Geschäft erspare ich mir, aufgrund der Schneeketten an den Füßen. Die fehlenden Getränke werden daher mit dem maßvollen Essen von Neuschnee kompensiert.

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Gibt es diese Blicke auch etwas "intelligenter"?  ehem. Raketenstellung auf dem Mühlberg

Der Filialweg nach Dittersdorf ist ebenfalls mit verharschten Spuren "unpassierbar" gemacht - so kommt es, daß ich sogar bergab ein paar Gehpausen einlegen muß. Selbiges trifft für den Anstieg zum Mühlberg und zur Dittersdorfer Höhe zu. Wobei auf letztgenanntem Abschnitt zudem starke Schneeverwehungen dem Ortsunkundigen den original Wegverlauf nicht preisgeben würden. Auf beiden "Gipfeln" hat das Tauwetter der vorangegangenen Tage die Überreste der Silvesterfeiern wieder zu Tage gebracht - hier Böller- und Raketenutensilien, dort leere Sektflaschen en masse.

Ab dem Waldcampingplatz ändere ich die Route. Da der Abschnitt über Dittmannsdorf und den Spitzberg schon (so gut wie) distanz- und höhenmetermäßig herausgelaufen wurde, verkürze ich die Strecke auch noch um den Straßensektor entlang der Ruhebank-Siedlung. Auf der anderen Seite führt nun ein Trampelpfad (in sehr schlechtem Zustand) entlang der B174. Unter der Brücke der Bundesstraße wechsle ich dann wieder auf das Original. Nach der Lärchenallee biege ich links in den Wald und komme so direkt zur Weggablung "Drei Buchen", oberhalb des Einsiedler Fischzuchtgrundes. Ein Abstecher zur Wettinhöhe (allerdings fälschlicherweise quer durchs Gestrüpp, anstatt den Weg zu wählen) darf dabei anschließend nicht fehlen. Die Schneisen Richtung Talsperre sind nun mehrfach durch Wildschweinsuhlen "veredelt", was allerdings kaum noch (tempomäßig) ins Gewicht fällt. Die Asphaltdecke der Altenhainer Allee besticht im unteren Teil durch gigantische Frostschäden, welche als Modell der Plattentektonik herhalten könnten. Vorbei an der Staumauer der Einsiedler Talsperre nimmt ein Waldweg Richtung "Goldener Hahn" die nächsten Höhenmeter - 995 von 1.000 anvisierten Metern zeigt mir die Uhr beim Erreichen der alten B174 an.

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Mütze, Schal und ... ... Schneekettenpflicht!

Talwärts wird der "Rund um Chemnitz"-Kurs entgegengesetzt genommen und am Wassertretbecken muß ich mich, wohl oder übel, für eine leicht geänderte Streckenführung entscheiden. Die "trailige" Variante durch den Wald nach Erfenschlag muß aufgrund der Schneeschicht (und damit dem Nichterkennen des welligen Trampelpfades, der sich durch das Unterholz schlängelt) und wegen fehlender Distanz geopfert werden. Es folgt eine künstliche, weil größtenteils asphaltierte, Verlängerung Richtung Einsiedel. Dem Papierfabrikteich-Omega (= nicht ganz geschlossene Umrundung des Gewässers) schließt sich der Abstecher durch "Angst 'n' Bang" an und der Rest nach Krachwitz führt generell entlang der Straße (Ausnahme: die Nutzung des Ersatzweges über die Wiese zwischen Stiefelmühle und ehemaliger "Einnahme"). Nach sage und schreibe 5:28:34 Stunden (Kilometer-Schnitt: 7:47 Minuten!) gelange ich am Ausgangspunkt wieder an - 42,25 Kilometer bei 1.010 Metern, sowohl im Anstieg, als auch im Abstieg, notiert die Uhr ebenso. Nun gilt es nur noch, für die offizielle Austragung dieser Variante des Kilometer-Marathons den passenden Termin zu finden. Schneefrei sollte der Tag schon sein, denn so eine hohe Ausfallquote (50%), wie heute, würde dieser Einsiedel-Umrundung nicht gut zu Gesicht stehen.

Bilder vom Lauf:

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