Waldwiese

8. Lauf "Rund um Chemnitz" 2017

Geschrieben von Thomas Delling.

06.05.2017 8:11 Uhr 66,48 km 1.105 Hm+ 1.105 Hm- (Gruppenlauf)

Kopie von DSC04463Organisator Siegfried Beyer mit "Rund um Chemnitz"-Ehrenmitglied Jens Mende

Wenn es darum ging, einen Bogen um die jährliche läuferische Bewältigung des Doppelbogens um seine Heimatstadt zu machen, war er federführend: der "ewige Zweite" der Anfangsjahre der Chemnitz-Umrundung, Jens Mende. Zu "seiner Zeit" gab es noch eine Zwischenwertung und einen Zielsprint und stets ging er aus diesen Herausforderungen als "erster Verlierer" hervor. Das Konzept des Laufes hat sich mittlerweile dahingehend geändert, daß solche Szenarien der Vergangenheit angehören. Es gibt nun keinen Leistungsdruck mehr, sondern nur noch Wohlfühlmomente und Rund-um-Bespaßung! Als ihn selbst diese Änderungen nicht zu einer wiederholten Teilnahme bewegten, griff Siggi für die diesjährige Veranstaltung ganz tief in die psychologische Trickkiste und verlieh Jens die exklusive RUC-Ehrenmitgliedschaft! Und dieser Plan ging auf ...

Verwundert wird sich manch Anmelder die Augen gerieben haben, als er in der Meldeliste den Namen "Jens Mende" las. Ungewöhnlicherweise rangierte er auch noch auf Platz eins des Tableaus, denn bisher gingen die niedrigen Startnummern stets an die Organisatoren oder ihre Vereinsseilschaften aus Burgstädt weg. Der Zusatz "RUC-Ehrenmitglied" sorgte dabei für weiteren Gesprächsstoff. Ob hier zusätzlich (zur Handballervetternschaft) auch noch Startgeld in die "verkehrte" Richtung geflossen ist, wird die Geschichtsschreibung nie komplett klären können, ein fader Beigeschmack bleibt jedoch für immer! Nach außen hin erfährt die Veranstaltung (trotz der Unregelmäßigkeiten) durch die Verpflichtung des als "Legende" bekannten Veterans eine Aufwertung, schließlich trägt ein Wegpunkt der Strecke seinen Namen.

Start- und Zielpunkt der Runde ist, wie schon im Vorjahr, das Johannes-Kepler-Gymnasium auf dem Chemnitzer Sonnenberg. Dessen Namensgeber war zu Lebzeiten (1571 - 1630) zwar nicht der bekennende Chemnitz-Liebhaber, wie die graphischen Darstellungen seines Lebenslaufes im Schulgebäude dokumentieren. Trotz der "großen Bögen" die er während seiner Reisen stets um Chemnitz machte, hat er es geschafft, sich ein markantes Gebäude der Stadt mit seinem Namen zu sichern und so weiterhin im Gespräch zu bleiben. Gut möglich, daß eines Tages die RUC-Organisatoren Tilo und Siggi diesem Ehrungskult verfallen und ihren Lauf um einen Zusatz erweitern werden: "Jens-Mendes-Geflügelhof-im-Harthwald-Rund-um-Chemnitz-Lauf", oder nur "Jens-Mende-Chemnitzlauf" (in Anlehnung an den "GutsMuths-Rennsteiglauf"). Beides klingt sicherlich etwas ungewohnt, ist aber der Lauf der Zeit. Ich werde deshalb diese Entwicklung im Auge behalten (müssen) und eventuelle Einwände rechtzeitig in der RUC-Ethik-Kommission einbringen, bevor Kommerz und Personenglorifizierung in einem unerträglichen Ausmaß eskalieren.

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Der "alte" Streckenverlauf auf dem offiziellen Stempel. Streckenänderungen @ Nordhalbkugel.

Doch nun schnell noch ein paar Worte zur Veranstaltung selbst. Für 8 Uhr ist der Startschuß angedacht. Natürlich weiß jeder Chronist des "Rund um Chemnitz"-Laufes, daß dies stets an der allgemeinen frühmorgendlichen Trägheit scheiterte. So ist es auch in diesem Jahr und mit elfminütiger Verspätung  wird daher die (vorerst) 24-köpfige Reisegruppe (Läufer, Radbegleiter, Catering) in die Spur geschickt.  

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Startnummer 7 beim achten Start Mannschaftsbild mit Klapptisch

Schon der erste Kilometer wartet mit einer Neuerung auf und ist somit voller Brisanz. Auf Wunsch des amtierenden ARUCK (Alleiniger Rund-um-Chemnitz-König) wird eine der meistdiskutiertesten Sportstätten der Stadt in einem kleinen Zusatzbogen angelaufen. Auch wenn Siggi dabei als Führungsfahrzeug mehrfach die Orientierung verliert und bewußt (? - weil seine fußballerischen Wurzeln westlich von Chemnitz liegen?) von der Route dorthin abweicht, erreichen wir den ersten Blickfang des Tages: die "community4you ARENA" (sinngemäß für: Gemeinschaft-vier-dich-Arena*). Dieses Sportplatz hieß früher schlicht und einfach "Stadion an der Gellertstraße", wurde/wird im Volksmund auch "Fischerwiese" genannt (weil er von 1950 bis 1990 "Dr.-Kurt-Fischer-Stadion" hieß). Nun entsprach dieser von 1933 bis 1934 als "Stadion an der Planitzwiese" gebaute Fußballplatz nicht mehr den Anforderungen des Spielbetriebes und mußte grundhaft erneuert werden - sprich: Neubau. Dieses Vorhaben stieß in der selbsternannten "Stadt der Moderne" natürlich nicht nur auf Gegenliebe. Doch wenn man bedenkt, daß dieser Stadionneubau (vom 23. Januar 2014 bis 17. Juni 2016 bei vollem Spielbetrieb realisiert) gerade einmal die (derzeit) jährliche städtische Bezuschußung des Theater- und Opernhausspielbetriebes kostete, kann man doch nun wirklich nicht von Geldverschwendung reden - schon gar nicht in der ehemaligen "Sportstadt Chemnitz"!

Sicherlich ist die derzeitige finanzielle und sportliche Situation beim jetzigen Stadionnutzer, dem Chemnitzer FC, nicht zum Argumentieren in "meine" Richtung geeignet. Deshalb will ich kurz die Glanzzeiten um die Sportstätte anschneiden: das Einweihungsspiel der "Planitzwiese" ging am 13. Mai 1934 vor 25.000 Zuschauern mit einem 5:1-Sieg des Polizeisportvereins gegen die SpVg. Fürth über die Bühne und kurz darauf (am 16. Juni 1934) wurde der FC Madrid (mit dem damals weltberühmten Torwart Ricardo Zamora) vom PSV mit 5:2 abgeschossen. Der Polizeisportverein holte in den Dreißigern zweimal den Sächsischen Gauligameistertitel (1935 und 1936), sowie den Landespokalsieg (1935) und gehörte so zu den Spitzenmannschaften in Deutschland. Nach dem Krieg beherbergte das Stadion die Mannschaften von Chemnitz Nord, Fewa, Chemie, den SC Motor, den SCK und ab 1966 den FCK. Letzterer wurde im Jahr darauf "Deutscher Fußballmeister der DDR", nachdem man am 7. Mai 1967 mit einem 1:0-Sieg bei Hansa Rostock rechnerisch alles klar machte. Damals kamen 5.000 Fans zum Chemnitzer Hauptbahnhof um ihre Helden vom Zug abzuholen. Das ist nun 50 Jahre her und soll am (morgigen) Sonntag vor dem Heimspiel gegen Preußen Münster mit einem sogenannten "Meistermarsch" vom Bahnhof zum Stadion wiederbelebt werden. Dies ist auch der einzige nennenswerte Erfolg der Himmelblauen in ihrer Vereinsgeschichte, wenn man einmal von der Vizemeisterschaft 1989/90 absieht. Mit dem Einzug des 1990 aus dem FCK hervorgegangenen CFC in die 2. Fußball-Bundesliga, spielten im "Stadion an der Gellertstraße" nur noch die CFC-Frauen und die Amateure des Vereins, gelegentlich zu sogenannten Risikospielen auch der CSV 51 Heckert (Amateur-Oberliga). Ab 1996/97 kam die erste Mannschaft (bedingt durch den Zweitligaabstieg) vom ungeliebten Sportforum zu seiner eigentlichen Heimstätte zurück. Nach drei Spielzeiten und einigen Renovierungsarbeiten am mittlerweile stark heruntergekommenen Stadion, konnte am 13. August 1999 mit einem 2:0-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach wieder Zweitligafußball bestaunt werden. Zur offiziellen Eröffnung des nun bestehenden und 15.000 Zuschauer fassenden Stadionbaus hieß der Gegner wiederum Mönchengladbach (0:1 durch ein Tor in der Nachspielzeit). Allerdings gab es da vier Tage zuvor schon das Drittliga-Punktspiel gegen die SG Sonnenhof Großaspach (0:0), welches im Vorfeld nicht vom DFB in ein Auswärtsspiel getauscht werden konnte.

Aber es gab in der Saison 1951/52 auch noch ein Spiel, von dem in meinem Heimatort Einsiedel noch heute erzählt wird. Damals kam es in der 1. Kreisklasse Chemnitz, Staffel 2 zu Entscheidungsspielen um den Staffelsieg, weil die SG Einsiedel (56:23 Tore) und die BSG Wismut Stollberg (62:31 Tore) mit jeweils 28:8 Zählern punktgleich an der Tabellenspitze lagen. Nachdem ein 0:0 n.V. (vor 3.000 Zuschauern auf dem Sportplatz Erfenschlager Straße) und ein 1:1 n.V. (vor 5.000 Fans im Sportpark Harthau) noch keine Entscheidung brachten, wurde das dritte Spiel in das Stadion an der Gellertstraße gelegt - 10.000 Zuschauer sahen am 1. Mai 1952 einen 3:2-Sieg der Einsiedler nach Verlängerung, welcher jedoch durch einen Regelverstoß des Schiedsrichters nichtig wurde und durch ein viertes Spiel, welches Stollberg auf dem Sportplatz an der Erfenschlager Straße (vor 8.000 Zuschauern) mit 2:1 gewann, wiederholt wurde.

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6. Mai 2017: erste RUC-Streckenänderung 7. Mai 2017: 50 Jahre DDR-Meisterschaft des FCK

Nur ein paar hundert Meter weiter kommen wir, am Fuße des Zeisigwaldes gelegen, zum "Stadion an der Forststraße". Dort spielen heute die Nachfahren der legendären Polizeifußballer der Vorkriegszeit - allerdings in einem wesentlich bescheideneren Rahmen auf Kreisebene. Bis 2013 war hier auch der Chemnitzer Silvesterlauf beheimatet, welcher seine Runden durch den angrenzenden Zeisigwald zog. Auf dessen Spuren, oder besser gesagt, auf dessen Route passieren wir das ehemalige "Zeisigwald-Luftbad", welches von 1909 bis 1983 in Betrieb war und von dem, nach Renaturierungsarbeiten, nur noch der Eingangspavillon von 1960 zu sehen ist. Wir gelangen etwas später zur 1899 als "Sommerrestaurant" errichteten "Zeisigwaldschänke", welche auch schon eine sehr wechselhafte Geschichte hinter sich hat, nachdem sie zu Ende der DDR-Zeit zusehends verfiel und ab 2001 im Sinne des Denkmalschutzes wieder saniert wurde. Auf dem Grenzweg, und damit auf der seit Jahren gängigen Streckenführung Richtung Dresdner Straße, verlassen wir den Zeisigwald und kommen so nach Hilbersdorf, wo am Schnellen Markt, einem Wäldchen, der erste Verpflegungspunkt auf uns wartet. Genau 7,44 Kilometer sind nun seit dem Start zurückgelegt, daher hält sich das Hungergefühl noch dezent zurück.

Natürlich fordert die breite Masse nach Beendigung der Laufpause Siggi zum Führen des Trosses auf. Einmal in den bisherigen sieben Chemnitz-Runden hat er hier den falschen Wiedereinstieg genommen - für viele "alte Hasen" hat sich dies so stark im Gehirn eingebrannt, daß sie der Meinung sind, Siggi hätte hier stets den falschen Weg gewählt. Ein Irrglaube, welchen er mit seinem daraufhin folgenden, souveränen Auftritt sofort ad absurdum führt und den Trupp sicher in den Ebersdorfer Wald lenkt. Der Grenzwald schließt sich dem an und im Waldstück Kohlung kommen wir auch am seit 1994 als Flächennaturdenkmal "Himmelschlüsselwiese" deklarierten Schutzgebiet vorbei. Mit etwas mehr Zeit im Gepäck, hätte man dort, nach der in diesem Areal als botanisches Kleinod verschrieenen und sehr seltenen, zur Ordnung der Süßgräser gehörenden Rasen-Segge (Carex cespitosa) Ausschau halten können - vielleicht beim nächsten Mal? 

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 Keplers Bogen um Chemnitz  Eingangspavillon des Zeisigwald-Luftbades

Dem kurzen Stück durch Glösa und der Autobahnüberquerung schließt sich die Schönwettervariante entlang des Sechsruthenwaldes an. Der Wiesenabschnitt oberhalb Draisdorfs präsentiert sich dabei, bis auf eine kleine Ausnahme, recht trocken. Die Ausnahme ist jedoch der große Aufhänger: schlammige Schuhe und der Streckenverantwortliche (Siggi) hat sich außer Rufweite davongeradelt. Deshalb spreche ich dieses heikle Thema am darauffolgenden Verpflegungspunkt noch einmal mit aller Deutlichkeit an. Doch Siggi und Tilo scheinen sich für meine Art der Kritik eine Art Teflonbeschichtung zugelegt zu haben und so prallt diese Schelte nahezu ungehört an ihnen ab. Mit 13,96 zurückgelegten Kilometern wird die Raststelle zwischen Chemnitz-Fluß und dem Anstieg zum ehemaligen Heinersdorfer Bergsprint in den neuen Streckenplan übernommen. Da das imaginäre, rot-weiß gepunktete Trikot für den Heinersdorfer Bergwertungsbesten seit vorigem Jahr nicht mehr vergeben wird, ist der Druck vom Kessel. Das gegenseitige Belauern und eventuelle "Frühstarten" gehört zur Historie des Laufes, nicht zur Gegenwart. Wobei, mehrere Personen kamen dann doch recht zügig die Heinersdorfer Straße zum Heusteig hochgejoggt. Jedoch alles nur sinnloses Kräfteverbraten ohne Lorbeerkranz und Ruhmeshalleneintrag!

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 Nasse Füße oberhalb Draisdorfs ...  ... flinke Füße am Heusteig

An der Bahrebachsiedlung wird der ursprüngliche Verlauf der Runde gering geändert. Parallel zur Bahnlinie laufend, wird dabei ein kleiner Abstecher zum Bahrebachmühlenviadukt eingebaut. In den Jahren 1868 bis 1871 wurde dieses 27 Meter hohe und 235 Meter lange Brückenbauwerk erschaffen. Zwischen 1999 und 2003 mußten aufgrund der Autobahnverbreiterung (auf sechs Spuren) drei Pfeiler der Bogenbrücke in deren unteren Teil entfernt und gegen zwei breitere Durchfahrten ausgetauscht werden - eine Meisterleistung, schließlich fanden diese Arbeiten bei vollem Zug- und Autobahnverkehr statt. Da war die Fällung mehrerer Hundert Bäume, zu der ich Anfang 1999 rund um den Viadukt eingesetzt war, im Vorfeld des Autobahnausbaus ein Kinderspiel.

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Viadukt vor Beginn der Baumfällarbeiten (1999)  Eine Richtungsfahrbahn ist fertig (2001)

Auf direktem Weg wird der Heilstättenwald zum Chemnitz-Center genommen. Der Bogen durch die Kleingartenanlage entfällt, da dieser sowieso nur (bei früheren Streckenänderungen) fehlende Kilometer ersetzen sollte und diese werden heute natürlich nicht benötigt. Der dritte Verpflegungspunkt befindet sich, wie die vorangegangenen Jahre auch, an der Theodor-Körner-Straße in Röhrsdorf - Kilometer 18,64. Der Pausenstand wird in diesem Jahr nur von Simone und Kathrin gemanagt. Da Heike diesmal gesundheitsbedingt fehlt, ist Petra bis zu ihrem läuferischen Einstieg am Totenstein als Lehrling dabei. Es gibt Wasser, Cola, Iso, Apfelschorle, Gemüsesaft, Salzgebäck, Schokolade, Rosinen und Kuchen aus regionalen Bäckereien (S&S Bäckerei Union Beyer Wittgensdorf, Wissmannhof-Backwaren Kozlik, Großbäckerei Heike Hennig, Konditorei Antje Spillecke und Belindas Backstube). Und dann gibt es noch Bananen - wie so oft der Ladenhüter der Tour! Es muß daher mit aller Dringlichkeit an die Tatsache erinnert werden, wenn diese (zur DDR-Zeit heißbegehrten) Südfrüchte nicht bis zum Ende des Laufes aufgebraucht sind, es im Ziel die sogenannte "Finisher-Banane" und kein "Ziel-Bier" geben wird!

Im Anschluß an die Völlerei folgt der Goetheweg, eine enge Straße entlang mehrerer Bauerngüter. Um diesem Asphaltgesappe etwas die Eintönigkeit zu nehmen, wird auf halber Höhe in Richtung Kiesgrube abgebogen. Ein Feldweg bringt uns nun zur Rabensteiner Straße an der A72. Etwas versetzt führt dieser auf der anderen Straßenseite auch weiter, nur endet er an einem Wäldchen ohne weiteren Anschluß zur vorjährigen Laufstrecke. Daher wird der beidseitig mit Sträuchern und Büschen begrünte Wiesenpfad entlang der Autobahn zur Jack-London-Straße gelaufen. Nach der Autobahnüberquerung biegen wir nicht nach rechts zur ehemaligen Bahnstrecke Limbach-Wüstenbrand ab, sondern wählen den Weg, der uns zum Flächennaturdenkmal "Fischteiche an der Autobahn" führt. Dort ist nach genau 23,21 Kilometern wieder eine Stärkung angesetzt. Am oberen, der sieben Teiche, unterhalb des alten Bahndammes, lädt eine alte Traubeneiche (Quercus petraea) zum kurzen Verweilen bei Speis und Trank ein.

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Neuer Streckenabschnitt in Röhrsdorf  VP "Fischteiche an der Autobahn"

Zweihundert Meter später sind wir wieder auf der Route des Vorjahres. Unter der A4 hindurch, wird mein Verhauer von 2016 durch den Gerstenhain zur Oberfrohnaer Straße wieder angesteuert. Nachdem dies im Vorjahr eher eine illegale, vom Veranstalterduo nicht genehmigte "wildromantische" Wald- und Wiesenvariante war, ist sie nun von beiden höchstpersönlich abgesegnet. Schließlich konnte ich Tilo und Siggi bei unserer gemeinsamen Abschlußstreckenbesichtigung am 23. April davon überzeugen. Die vom Stauseelauf bekannten Waldautobahnen führen nun hinauf zum Totenstein, dessen "Alm" wir nach 28,18 Kilometern erreichen. Dort ist diesmal im Inneren der Hütte ein Raum für uns eingedeckt. Es gibt die obligatorischen Nudeln und dazu (bei Bedarf) alkoholfreies Weizenbier. Eine Stunde Mittagsruhe (für die Beine) ist hier im Roadbook festgeschrieben. Der Aufstieg auf den Maria-Josefa-Turm gehört zwar zu jeder vollständigen Chemnitz-Umrundung dazu, wird allerdings nicht von allen Teilnehmern realisiert. Disqualifikationen werden deshalb von der Rennleitung nicht ausgesprochen, sollten aber mal im Auge behalten werden, damit sich hier niemand kräfteschonend und damit wettbewerbsverzerrend zurückhalten kann.

Vielleicht kann aber auch der Siegmarer Frank Müller den Drückebergern ein paar von seinen mittlerweile 29.400 Turmaufstiegen abgeben, die er hier seit 2009 aller zwei Tage abgespult hat. Die 30.000 soll im Juli zu seinem 55. Geburtstag fallen. Da feiert er mit einer 24-Stunden-Trainingseinheit hinein. Sein Rekord für die insgesamt 160 Stufen (80 im unteren Teil und 80 Stufen Wendeltreppe zur Aussichtsplattform) liegt bei 80 Sekunden ('rauf und 'runter!). Über seine Taten am Totenstein führt er genau Buch - 25er, 50er, 100er, oder 200er Blöcke; auch bei frostigen -19°C war er schon am Turm zu Gange. Durch seine längeren, interessanten Ausführungen zu diesem Thema  verpasse ich fast den Wiedereinstieg in die Fortsetzung des Laufes. Daher unterbrechen laute Suchrufe von der "Totenstein Alm" herüber zum Turm abrupt unser Gespräch und ich schließe mich der Gruppe nach einem Zwischensprint von der Mittelplattform des Stahlturmes wieder an. Stark abgerundete 70 Meter Distanz und fixe 30 Meter vertikal werden für den Turmaufstieg in der Laufstatistik festgehalten, somit stehen 28,25 Kilometer gegen 12:50 Uhr auf dem neuen Vermessungsprotokoll.

Nun geht es sehr unwegsam und (für hiesige Verhältnisse) recht steil hinab nach Grüna. Für manche kein Grund am Tempo zu sparen! Dieser Streckenabschnitt ist freigegeben, um Limits austesten zu können. Der Warnhinweis meinerseits, schnelles Bergablaufen führt zu irreparabler Abnutzung von Knorpel und Menisken, verhallt scheinbar ungehört. Doch das Alter wird auch jenen jungen Wilden einmal die Leviten lesen und sie werden sich wehmütig an meine Worte erinnern.

Ein paar Meter unterhalb des Naturfreundehauses ist Siggi mit dem Rad vorausgeeilt und hat an einem unscheinbaren Flecken oberhalb der alten Bahnbrücke Stellung bezogen. Es ist die berühmte "Jens-Mende-Gedächtnisstelle", wo ein kurzes Innehalten und Küssen des Bodens zur Selbstverständlichkeit gehören sollten. An jener besagten Stelle traf Jens im Jahr 20xx mit dem Rad auf die RUC-Gruppe und mittlerweile ist ein regelrechter Wallfahrtsort daraus entstanden. Apropos Jens Mende, wieso wurde das Ehrenmitglied des Laufes noch nicht von mir (im Bericht) erwähnt? Ganz einfach - er ist ja auch noch nicht (sportlich) in Erscheinung getreten! Laut Starterliste gönnt er sich nur die letzte Etappe vom Adelsbergturm zum Kepler-Gymnasium. Damit ist ihm der triumphale Zieleinlauf gewiß und er braucht sich dafür nicht den ganzen Tag auf der Strecke herumzuschinden. Mittlerweile hat die Sonne den Weg durch die Wolken gefunden und es wird langsam etwas warm unter'm Hemd. Bei der eher düsteren Wetterprognose für den heutigen Tag ist dies jedoch zu verkraften, schließlich würde ein langandauernder Regen der Veranstaltung sicherlich mehr Probleme bereiten, als ein paar zusätzliche Schweißperlen.

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 Mittagstisch in der "Totenstein-Alm" Maria-Josefa-Turm

Siggi moniert (zu recht) die fehlenden Informationen meinerseits zum Grünaer Gauligafußball, als wir den Sportplatz Wiesengrund passieren. Schlecht vorbereitet! Zum Grünaer "Erstligafußball" (Gauliga) gibt es ja nur zwei Kapitel: die Spielzeit 1937/38 und die regionale Teilnahme an der Chemnitzer Gruppe 1944/45. Während die erste Zugehörigkeit mit einem Durchmarsch von der 1. Chemnitzer Kreisklasse, Abteilung 5 (1935/36 mit 109:29 Toren und 31:5 Punkten) über die Bezirksklasse (1936/37) und dem Sieg der Aufstiegsrunde (18:19 Tore und 9:3 Punkte, vor der SpVgg. Leipzig-Lindenau, den Sportfreunden 01 Dresden und Konkordia Plauen) einer Sensation glich, war die Kriegsmeisterschaft 1944/45 eher eine Notlösung und sportlich aufgrund der Situation bei weitem nicht mehr auf dem vorangegangenen Niveau. Dazwischen spielte Grüna wieder in der Bezirksklasse, der zweithöchsten Liga der damaligen Zeit: 1938/39 wurde man mit 72:53 Toren und 22:20 Punkten (nur 21 Spiele) Vierter. 1939/40 wurden aufgrund des Kriegsbeginns die Staffeln nach Meisterschaftsbeginn ("unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse und der kürzesten Verkehrsmöglichkeiten") neu eingeteilt. Ab der Saison 1940/41 hieß die Bezirksklasse nun I. Klasse. In der Staffel 1 belegte Grüna mit 68:54 Toren und 14:18 Punkten den 6. Rang. Ein Jahr später wurde man Vierter (58:44 Tore und 16:16 Punkte) und im Jahr darauf Zweiter (67:40 Tore und 23:13 Punkte). Die Saison 1943/44 war schon geprägt durch das kriegsbedingte Zurückziehen der Mannschaften des Postsportvereins Chemnitz und der TSG Mittweida. So trug der SV Grüna 17 Spiele aus und wurde mit 58:58 Toren und 15:19 Punkten Tabellensechster. Zu den talentiertesten Spielern des Vereins gehörten Walter Türk, der von Sepp Herberger sogar in die Nationalmannschaft berufen wurde und Martin Müller, der 1932 zum Polizeisportverein nach Chemnitz wechselte. Nach dem Krieg wurde der Verein durch die "Ersatzlösung" SG Grüna weitergeführt. Zwischen der dritten und sechsten DDR-Spielklasse war das fußballerische Niveau der BSG Motor von nun an angesiedelt. Mit den Ex-Profis Bernd Tipold und Jörg Illing im Kader gelang mit der Bezirksligasaison 2004/05 ein famoses Zwischenhoch. Mittlerweile spielt der 1990 in FSV Grüna 08 umbenannte und 2012 mit dem benachbarten SV 1860 Mittelbach zum FSV Grüna-Mittelbach fusionierte Verein wieder auf Kreisebene.

An der Sparkasse in Mittelbach ist nach 32,61 Kilometern eine erneute Rast veranschlagt, ehe es die Platten"straße" hinüber nach Neukirchen und weiter auf der Schaftreibe nach Stelzendorf geht. Dort hat der "VP 7" an der Luthereiche mittlerweile eine neue und stilvollere Heimat gefunden, nachdem er anfangs gegenüber der Wetterstation Neukirchner Straße und einmal sogar direkt an der Schafttreibe stationiert war. Diese Information ist allerdings noch nicht zu allen vorgedrungen und so kommt es, daß drei Teilnehmerinnen strikt der grün-weißen Markierung des Wanderweges folgen und die rund einhundert Meter lange Wendestrecke zur Eiche verfehlen. Da sich die Damen gerade noch so in Rufweite befinden, kann diesem Fauxpas mit viel Geschrei entgegengewirkt werden, ehe sie sich an der menschenleeren Wetterstation einfinden würden. Nach geeichten 37,86 Kilometern Wegstrecke wird der Platz im Schatten der Eiche zur weiteren Getränke- und Nahrungsaufnahme gut angenommen. Aber auch die Sicht ist hervorragend. So kann man in nordöstlicher Richtung das markante, rötlich schimmernde Dach des Kepler-Gymnasium sehen - Luftlinie vielleicht sieben oder acht Kilometer.

Nicht ganz so weit, ist die nächste Station entfernt: durch das Heckert-Gebiet laufen wir abwärts ins Würschnitztal. Das Fehlen der "Brücke des Todes" in Klaffenbach ist uns von unserer Erkundungstour bekannt. Es werden also keine hohlen Fragen gestellt, um nun an das andere Ufer gelangen zu dürfen. Mit zwei großen Schritten ist das Rinnsal in der "Schlucht der ewigen Gefahr" auch relativ schnell überwunden. Nur für die Radfahrer ist der Transfer etwas problematisch. Über den Eisenweg und den Harthwald wird auf bekanntem Weg die Verpflegung in Harthau angesteuert. Sie ist diesmal schon ein paar Meter eher, als bisher: in dem Grünstreifen zwischen der Harthauer Schule und der Würschnitz (Kilometer 44,42) ist der Erholungsfaktor wesentlich höher, als an der Brücke mit Blick auf Autohandel und Tankstelle.

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 Heckert-Schikane  Sven und Jeanette vom Burgstädter LV

Nun wird der nachfolgende Streckenverlauf noch einmal grundlegend durcheinandergewirbelt. Der langgezogene Anstieg durch die Alte Harth zum Aussichtspunkt Pappel wird durch einen anfangs sehr intensiven Anstieg auf dem Schindlerweg ersetzt. Es folgt der Bettelmannsweg, der erst im zweiten Teil noch einmal rasant an Höhe gewinnt. So gelangen wir nun am Pfarrhübel auf die Plattenstraße zur Pappel. Dabei ist eine bessere Sicht auf Chemnitz gegeben, als beim bisherigen Kurs. Am Scheitelpunkt geht es weiter Richtung Einsiedel, um oberhalb der Siedlung in Richtung Eibischbusch abzubiegen. So wird dem Teilnehmer der Blick auf die "Perle des Zwönitztals" ermöglicht - mit Brauhaus und Talsperre. Im Wald wird die alte Route wieder angenommen und nach "Angst und Bang" wird mit dem Papierfabrikteich-Omega eine zusätzliche Stadionrunde um besagten Teich angeboten, die allerdings keine Verpflichtung darstellt, sondern nur zum Beinevertreten auf natürlichem Untergrund gedacht ist. Schließlich forderte der steile Abstieg auf Asphalt ins Zwönitztal von der Beinmuskulatur alles ab - zumindest bei mir!

Das Wassertretbecken im Einsiedler Niederwald (Kilometer 50,66) gönnt den geschundenen Beinen dann die erforderliche Kneippkur, zudem wird zum Kuchen Kaffee gereicht. Rund eine halbe Stunde ist hier für die Genesung anberaumt. Da nun der Anstieg zur alten Zschopauer Straße folgt, starten "schwächere" Läufer etwas eher und die "schnellste" Gruppe zuletzt, damit oben für manche nicht zu lange Standzeiten die Folge sind. Komischerweise läuft trotzdem jeder, wie er will, los und Siggis Ansage verfehlt ihren Sinn, wie schon die Jahre vorher. Mit Sören starte ich zuletzt, um das Feld von hinten aufzurollen. Wir sind zwar nicht schnell, aber schon nach ein paar Metern haben wir die erste Schnattertante aus unseren Reihen eingesammelt. Sie war korrekterweise eher gestartet und hat auf halben Weg die Banknachbarin aus ihrer Lehre getroffen. Leider reicht nun das Tempo von Gitta (richtiger Name dem Redakteur bekannt) nicht aus, um die entstandene Lücke wieder zu schließen. Sören soll vorauslaufen, während ich mich um die Begleitung der schwächelnden Frau kümmere. Durch diese Undiszipliniertheit verpassen wir am allgemeinen Treffpunkt Zschopauer Straße den Anschluß an die Gruppe, der ich von weitem schon das Zeichen zum Weiterziehen gegeben habe. Und genau dort gliederte sich Ehrenmitglied Jens Mende in die Truppe ein, wohlwissend, daß der anfängliche Anstieg vom Wassertretbecken über den Lehmgrubenweg seinen frühzeitigen Knockout bedeutet hätte. Erst zwischen Kleinolbersdorf und dem Adelsberg schließen wir, gemeinsam mit Tilo als Radbegleiter, zum Feld auf, da am Ausblick zur Augustusburg generell auf alle gewartet wird.

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 Bettelmannsweg in Harthau  Lehmgrubenweg in Einsiedel

Seine Startnummer bekommt Jens allerdings erst am letzten offiziellen VP, auf dem Parkplatz des Adelsbergturmes ausgehändigt, da diese sicher verschlossen im Handschuhfach in einem der beiden Begleitfahrzeuge deponiert ist. Mittlerweile zeigt die Uhr schon 57,64 Kilometer an und ein schnelles Ende, im Sinne von fünf oder sechs Kilometern Reststrecke, ist noch nicht in Sicht. Dafür kommt nur noch ein Anstieg - im Naturschutzgebiet "Am Eibsee". Das dies dann doch nicht der richtige ist, liegt an Siggi. Er verfehlt den Abzweig am Bachlauf, folgt dem Trampelpfad über die Wiese und so kommen wir alle in den Genuß eines ähnlich intensiven Bergaufs. Das Gebiet um den Eibsee war bis 1992 ein Truppenübungsplatz der Sowjetarmee und typisch für militärisch genutzte Flächen ist deshalb die Entwicklung des Areals - viele seltene Pflanzen und Vogelarten haben hier ihren neuen Lebensraum gefunden.

Am Ende des Biotops ist am Ortseingang von Chemnitz-Adelsberg noch einmal eine kleine Trinkpause vorgesehen - 62,37 Kilometer liegen jetzt schon hinter uns. Da waren wir sonst schon im Ziel. Tilos vorsichtige (und streng geheime) Schätzung von rund 65 Kilometern wird wohl auch nicht ganz Bestand haben und trotzdem wird (zur Verbesserung der Moral der Truppe) ein "noch zweieinhalb, maximal drei Kilometer" in der Runde verbreitet. Wir tauchen kurz darauf wieder in den Zeisigwald ein und kommen auf dem Soldatenweg (da dieses Gebiet von 1851 bis 1989 vom Militär genutzt wurde) Richtung IFA-Sportplatz, dem Start- und Zielgelände der ersten Austragungen des Laufes "Rund um Chemnitz". Durch das Yorckgebiet werden die letzten Kilometer zum Ziel genommen. Nach 66,48 Kilometern schließt sich der Kreis um Chemnitz. Bier statt Bananen! Das ist die wichtigste Erkenntnis des Tages: immer schön aufessen, dann gibt es auch zum Schluß eine Belohnung! Da keine Bananen mehr vorrätig sind, muß Tilo zähneknirschend den Kasten Braustolz aus dem Wagen holen. Prost!

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 Auf zum letzten Anstieg der Runde!
 Zielverpflegung

Der Tag klingt abends in einer Gartenkneipe (ehemals "Südlehne") unterhalb des Gymnasiums aus. Schön, daß diesmal sehr viele Teilnehmer einen Abstecher dorthin gemacht haben und so der Tag noch einmal nüchtern betrachtet werden konnte. Schade, daß seitens der Organisatoren auf eine erneute Krönungszeremonie für den ARUCK verzichtet wurde, denn die Bilanz des  "Alleinigen Rund-um-Chemnitz-Königs" nimmt mittlerweile beängstigende Züge an. Toll, daß es nächstes Jahr auch wieder eine Chemnitz-Runde unter Leitung von Siggi und Tilo, unter tatkräftiger Mithilfe ihrer Frauen geben wird!

* in der sächsischen Aussprache entspricht "vier" dem hochdeutschen Wort "für"

Statistik zum Lauf "Rund um Chemnitz" / Ewige Rangliste (insgesamt 77 Teilnehmer): 

Platz Name Verein Teilnahmen Gesamt-km km 2017
1. Thomas Delling LV Limbach 2000 8 494 66
2. Jörg Spillecke LAC erdgas Chemnitz 7 433 66
2. Antje Spillecke LAC erdgas Chemnitz 7 433 66
2. Juliane Pella SG Adelsberg 7 433 66
2. Ute Herfurt LV Limbach 2000 7 433 66
6. Siegfried Beyer Burgstädter LV 8 389 5
7. Sören Schramm Chemnitzer LV Megware 6 372 66
8. Tilo Kozlik Burgstädter LV 7 351 4
10. Stefan Geißler LT Nordkreuz Berlin 4 249 66
11. Ina Lau LT Nordkreuz Berlin 4 224 40
12. Mandy Herold Niederdorf 3 189 66
19. Gunter Blaas Postsportverein Chemnitz 3 173 51
25.  Jens Mende LV Limbach 2000 3 134 12
26. Kay Kästner Einsiedler Skiverein 2 128 66
26. Steven Günther Dresden 2 128 66
28. Sven Kleinert Burgstädter LV 3 127 38
37.  Ute Fischer TSV 1888 Falkenau 2 115 53
38. Jeanette Irmscher Burgstädter LV 2 113 51
41. Petra Schumann Chemnitz 3 106 34
43. Rene Walther SG Neukirchen/Erzg. 2 69 8
44. Michaela Näfe TSV 1888 Falkenau 1 66 66
44. Ralf Schibalski Dresden 1 66 66
44. Steffen Steinert Burgstädter LV 1 66 66
73. Enrico Eder Burgstädter LV 1 12 12
73. Jens Braune LAC erdgas Chemnitz 1 12 12

(Statistikteil wurde aus dem RUC-Archiv von Siegfried Beyer entnommen)

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