Waldwiese

Der neue Limbacher Marktlauf 20+3 / "Rund um den Schafteich" 2017

Geschrieben von Thomas Delling.

27.05.2017 15:00 Uhr 5,6 km 33 Hm+ 33 Hm-
  16:00 Uhr 10,6 km 55 Hm+ 55 Hm-

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Vor genau 22 Jahren, am 27. Mai 1995, wurde im Zentrum von Limbach-Oberfrohna der erste Marktlauf ausgetragen - 19 weitere Veranstaltungen dieser Art folgten. Danach zog man sich aus der Innenstadt zurück und etablierte den Lauf im (zur modernen Leichtathletikarena umfunktionierten) Waldstadion. Am Rande der ehemaligen Textilmetropole gilt es nun seit 2015 auf "unrunden" Strecken über 5,6 und 10,6 Kilometer die Plazierungen auszufechten.

Normalerweise hätte heute für mich der Nachwuchsfußball oberste Priorität besessen, auch wenn keiner meiner Jungs selbst auf dem Platz (als Spieler) oder am Spielfeldrand (als Co-Trainer) aktiv gewesen wäre. In der Kreisklasse Chemnitz der B-Junioren steht nämlich am vorletzten Spieltag das Spitzenspiel an. Der VfL (ehemals Stahl Reichenhain und SV Bernsdorf) empfängt dabei die (vor der Saison neugegründete) zweite Vertretung des VfB Fortuna. Beide Mannschaften haben 24 (teil überdimensionierte) Siege errungen und nur im Hinspiel (0:0) die einzigen Punktverluste hinnehmen müssen. Während die Heimmannschaft ein Torverhältnis von 149:8 (+141) aufweist, kommt der VfB II immerhin auf 235:9 Tore (+226). Beide Vertretungen gehören damit definitiv nicht in diese Liga und wollen nun den Aufstieg in die Landesklasse erzwingen. Martin, der in Limbach den Fünfer laufen wollte, entscheidet sich dann doch kurzfristig für die eigene fußballerische Zukunft, denn im Sommer wechselt er in diese B2 der Fortunen. Es wäre blöd, wenn er sich dann (bei einem Nichtaufstieg) diesen sinnlosen Schützenfesten hingeben müßte und die sportliche Herausforderung somit auf der Strecke bliebe.

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 Siegerehrungsmaterial  Getränkestelle an der Autobahn

Während der Vater als Streckenposten bei den Schülerläufen fungiert, findet also in Reichenhain das Spiel der Spiele statt. Rund 150 Zuschauer erleben nach einer blau-grauen Raucheinlage zu Spielbeginn die Führung der Hausherren, welche die Fortuna im Laufe des Spiels mit fünf Gegentreffern beantwortet. Kurz vor Schluß kann der VfL zwar noch ein zweites Tor erzielen, mit dem 5:2-Auswärtssieg des VfB ist die sportliche Herausforderung "B-Junioren-Landesklasse" für Martin und seine nachrückende C1 für die Spielzeit 2017/18 gesichert. Eine sportliche Herausforderung gibt es auch in diesem Jahr für mich beim Marktlauf jedoch nicht: als Schlußläufer der beiden Hauptläufe muß ich mein (noch vorhandenes) Potential nicht hundertprozentig abrufen und kann so bei warmen äußeren Bedingungen eine ruhige Kugel schieben. Mit einer Portion Wasser (für den Notfall) und einem Besen (der mehr als Erkennungszeichen dient und nicht als Werkzeug) bewaffnet verfolge ich nun beide Teilnehmerfelder und bin dabei deutlich langsamer, als im Vorjahr.

Die Ursache der Tempoverschleppung sind die Wertungsläufe. Der Limbacher Marktlauf ist in den Chemnitzer Lauf-Cup, den Westsachsen-Cup und den Sachsen-Cup integriert und alle drei Pokalwertungen schreiben den Zehner für die Altersklassen U18 bis 85 vor. Ein Unding, wenn man bedenkt, das die älteren Semester ja auch die Möglichkeit hätten, auf dem Fünfer ihre Punkte zu sammeln, wie es bei anderen Veranstaltungen möglich ist. So begleite ich im zweiten Hauptlauf Gunther Beyer aus Grimma, der mir diese Variante auch bestätigt und lieber nur die eine Runde "um den Schafteich" gelaufen wäre, zumal er am nächsten Tag in Mittweida zur Landesmeisterschaft über 400 und eventuell 1.500 Meter antreten will. Vor 65 Jahren (!!) ist er nämlich in Mittweida schon einmal Landesmeister geworden - unvorstellbar dieser lange Zeitraum der sportlichen Betätigung. Und nun muß er sich mit seinen 83 Jahren hier über zwei Runden "schleppen" und kommt daher auch mit gehörigem Rückstand als Letzter ins Ziel. Mit einer solchen ungünstigen Konstellation wird sicherlich auch das bisherige Lebenswerk des Seniors demontiert, der mir unterwegs Einblicke in seine sportliche Vita gab und dabei natürlich seinen Sohn Olaf erwähnte, der 1978 in 1:43,84 Minuten über 800 Meter Europameister wurde.

Es wäre vernünftig, wenn zukünftig diese Veteranen nicht den "Spießrutenlauf" über sich ergehen lassen müßten und nur einmal auf den Rundkurs geschickt würden - es würde auch alle Helfer an der Strecke, ob nun DRK oder Polizei,  entlasten und eher in den Feierabend entlassen. 

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 Platz 3 bis 6 über 10,6 km  Gunther Beyer im Ziel

Beim "kurzen" Hauptlauf gehen Niklas Härtig (Dresdner SC 1898, 19:06 min) und Lucile Peroche (Chemcats Chemnitz, 22:42 min) in die Siegerlisten von 2017 ein. Von insgesamt 98 Startern kommen 97 ins Ziel, davon 60 Männer und 37 Frauen. Auf der 10,6-km-Strecke siegt, im Feld der 178 Teilnehmer, Stefan Seidel (SG Adelsberg, 38:18 min) recht deutlich vor seinem Vereinskamerad Patrick Wendritsch (38:51 min) und Thomas Schaarschmidt vom Chemnitzer LV Megware (39:29 min). Auf Platz 4 kommt mit Marco Praße der Erste, des mit 23 Läufern gestarteten gastgebenden Vereins LV Limbach 2000 ein - seine Zeit: 39:38 Minuten. Die Frauenwertung gewinnt Annett Jalowi (TV Dresden, 42:37 min) vor Claudia Schönherr vom TSV 1872 Pobershau (46:22 min) und Anne Gründler (SG Adelsberg, 46:37 min). Alle 134 gestarteten Männer und 44 Frauen erreichten das Ziel.

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 Schlußläufertätigkeit über 10,6 km ...  ... und über 5,6 km.

Nun noch kurz die persönlichen Referenzen: den Fünfer konnte ich mit einer Zeit von 43:20 Minuten als 27. der Männerkategorie beenden. Beim Zehner benötigte ich 1:42:44 Stunden (21. M45), um die Strecke "besenrein" freizugeben. 

 

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