05.01.2014 - 10:05 Uhr - 2,17 km / 172 Hm+ / 2 Hm- (gemeinsamer Start)
10:50 Uhr - 2,17 km / 172 Hm+ / 2 Hm- ("Jagdrennen")
Zweimaliges Ziel am heutigen Tag: der 509 Meter hohe Adelsberg.
Am Neujahrstag lud Postsportler Friedmar Dresig mehr oder weniger indirekt die "Chemnitzer Läufer" zu dieser uns unbekannten, aber traditionellen Laufveranstaltung via Internet ein. Mit Ute und mir nahmen allerdings nur zwei der Angesprochenen, welche bisher noch nicht in den "Genuß" des Berganlaufes gekommen waren, diese Einladung auch an. ...
Da war in Friedmars Werbeschreiben von einem "Training mit Zeitnahme" die Rede, von Tee und Glühwein und rund 20 Teilnehmern. Das weckte die Neugier und so machen wir uns am frühen Sonntagmorgen, während die Jungs noch schlafen, auf die Socken. Die rund 9 Kilometer bis zum Adelsbergturm sind allerdings schon eine "Qual", da uns auch die Zeit etwas im Nacken sitzt. Die langgezogenen "Anstiege" durch Reichenhain und durchs Schösserholz lassen für den folgenden Berganlauf nichts Gutes vermuten.
Wir schaffen es jedoch noch rechtzeitig und wundern uns erstmal über eine Startnummernvergabe für eine Trainingseinheit. Das das hier doch professioneller durchgezogen wird, wie wir vermuteten, zeigt die Erfassung des Gewichts bei der "Anmeldung". Mit meinen 87 Kilogramm bin ich hier natürlich Spitzenreiter. Erstaunt registriere ich aber auch die Daten der Konkurrenz. Mit meinem Baujahr 1971 bin ich zudem das Nesthäkchen in dieser Runde.
Die Idee dieses "Lauftreffs" stammt von Eberhard Frommhold, welcher aus der Not (orthopädisch bedingt keine Gefälle- sondern nur noch Anstiege laufen zu können) eine Tugend machte. Dieser Gedanke wird nun schon zum 25. Male vom Postsportverein Chemnitz umgesetzt. Es geht dabei um ein zweimaliges Bergauflaufen vom Sternmühlental zum Adelsbergturm. Beim zweiten Start wird jedoch der Letzte (des ersten Laufes) zuerst in die Spur geschickt und so entsteht eine Art "Jagdrennen", bei dem rein theoretisch alle Teilnehmer zeitgleich das Ziel erreichen müßten, da sie ihm mit ihren jeweiligen (zuvor erlaufenen) Zeitabständen folgen.
Gemeinsam erfolgt ein langsames Einlaufen auf der Wettkampfstrecke hinab zum Start, der sich (standesgemäß für den Postsportverein) am Briefkasten vor der Sternmühle befindet. Diese briefträgerische Verpflichtung verursacht dann auch die zwei einzigen Gefällemeter auf dem Kurs. Telefonisch wird der Beginn von einem der Teilnehmer (Ullrich Gottschall) der Zeitmessung oben am Adelsberg mitgeteilt. Nun läuft die Uhr und das Feld kraucht den Waldweg hinauf.

Zeitmessung durch sachselauf.de Ute auf den letzten Metern des ersten Laufes.
Beim zweiten Start muß nun der Erste des "Vorlaufes" (Michael Riechert) seine Konkurrenten mit den von der Zeitmessung errechneten und auf einem Zettel mitgegebenen Abständen auf die Strecke schicken.
Zur gemeinsamen Zielankunft aller Teilnehmer kommt es aufgrund der unterschiedlichen "Tempoeinteilung" nicht. Ute "gewinnt" (für den Außenstehenden) diesen Lauf, da sie 54 Sekunden schneller als zuvor ist. Der Gesamtsieg geht jedoch an den Titelverteidiger, Michael Riechert. Er und Frauensiegerin Ute erhalten im Anschluß aber keinen dieser 0815-Pokale, sondern jeweils ein Unikat: ein aus Draht geformter Läufer, welcher eine Steigung aus Holz bezwingt - so einen hat Ute noch nicht in ihrer Sammlung. Für alle anderen gibt es Urkunden und kleine Geschenke, dazu Tee und Glühwein.
Neben einer alterskorrigierten Wertung gibt es noch eine Einlaufliste bei der Alter, Gewicht und Geschlecht herangezogen wurden. Dort fehlen mir allerdings noch 8 Kilogramm Körperfülle zum Gesamtsieg! Da weiß ich jetzt wenigstens, wo ich den Hebel zukünftig siegbringend ansetzen muß.
Ein liebevoll veranstaltetes "Training mit Zeitnahme" ist viel zu schnell zu Ende. Unsere Urkunden wollen wir natürlich nicht "geknickt" im Laufrucksack transportieren und somit entwerten und geben sie deshalb in sichere Obhut. Nur den Pokal nimmt Ute gleich mit und sie will ihn beim Heimlaufen auch gar nicht mehr aus der Hand geben. Schade, ich hätte ihn auch ganz gern mal getragen ...
Ergebnis:
1. Riechert, Michael (Chemnitzer Polizei-SV) - 1. M55 - 22:51 (11:15 + 11:36)
2. Dresig, Friedmar (Post-SV Chemnitz) - 1. M40 - 23:19 (11:36 + 11:43)
3. Gründig, Hartmut (Post-SV Chemnitz) - 2. M55 - 24:13 (12:04 + 12:09)
4. Delling, Thomas (LV Limbach 2000) - 2. M40 - 24:44 (12:21 + 12:23)
5. Blaas, Gunter (Post-SV Chemnitz) - 1. M50 - 25:34 (12:58 + 12:36)
6. Merz, Matthias (Post-SV Chemnitz) - 3. M55 - 26:22 (13:15 + 13:07)
7. Mallick, Marco (Chemnitz) - 1. M45 - 26:35 (13:19 + 13:16)
8. Mußmann, Heiner (Chemnitzer Polizei-SV) - 4. M55 - 27:14 (13:37 + 13:37)
9. Gottschall, Ullrich (Post-SV Chemnitz) - 2. M50 - 27:59 (14:06 + 13:53)
10. Herfurt, Ute (LV Limbach 2000) - 1. W50 - 28:58 (14:56 + 14:02)
11. Barthold, Manfred (Chemnitz) - 1. M70 - 29:57 (14:42 + 15:15)
12. Kreher, Ines (Chemnitz) - 1. W40 - 32:19 (16:16 + 16:03)
13. Köhler, Harry (Post-SV Chemnitz) - 1. M75 - 34:01 (17:17 + 16:44)
14. Klitsch, Peter (Post-SV Chemnitz) - 2. M70 - 34:44 (17:28 + 17:16)
15. Wahlich, Joachim (Post-SV Chemnitz) - 3. M70 - 35:58 (17:22 + 18:36)
16. Ackermann, Erika (Chemnitz) - 1. W70 - 36:11 (18:11 + 18:00)
17. Wollmann, Bernd (Post-SV Chemnitz) - 4. M70 - 42:06 (20:57 + 21:09)
Das sieht doch schon viel freundlicher (für mich) aus: die gewichts- und alterskorrigierte Ergebnisliste.
* 10.01.2014: Auf persönlichen Wunsch von Eberhard Frommhold habe ich den Wettkampfnamen geändert.





