18.01.2014 - 11:00 Uhr - 42,195 km / 25 Hm+ / 25 Hm-
Auf geht's!
Zum dritten Mal starten Ute und ich beim Leipziger Wintermarathon. Während Ute's Mixed-Team nur eine Namensänderung erfuhr, machte sich bei den "Waldundwiesenrunners" eine personelle Veränderung notwendig. Die erzielten Ergebnisse bei dieser und bei den darauf folgenden Marathonveranstaltungen stagnierten, also mußte das schwächste Glied im Gefüge, Jens Meier, weichen! Zur Leistungssteigerung konnte zwar mit Sören Schramm ein erfahrener Ultraläufer gewonnen werden, war er aber nicht eine Kragenweite zu groß für Sven und mich?
Einen kleinen "Vorgeschmack" auf das eklatante Leistungsgefälle im Team gab es bereits beim Werdauer Herbstmarathon vor 9 Wochen. Dort verteilten sich unsere Zeiten auf eine Spanne von rund 6 Minuten, obwohl bis Kilometer 30 der Lauf zu Dritt und bis Kilometer 39 zu Zweit absolviert wurde. Hier im Leipziger Zetkin-Park gibt es solche Ausreisversuche und Kraftspielereien natürlich nicht, da alle Drei brav nebeneinander herlaufen müssen.
Der personellen Umbesetzung folgte auch eine Namensänderung. Der Wortteil "Runners" war letztendlichgesehen doch etwas zu hoch angesetzt und so versuchen wir es dieses Jahr unter dem Pseudonym "Waldundwiesensportler". Das klingt mehr nach Unbeschwertheit und Freude an der Bewegung, ist also Volkssport in seiner Urform, weg von jedweden Zwang, dem man als "Runner" unterworfen ist.
Intern gibt es natürlich schon eine Vorgabe und die heißt 3:15! Diese müßte bei den frühlingshaften äußeren Bedingungen auch möglich sein, ohne sich die Beine dabei wund zu laufen. Denn so gut die Veranstaltung von der LG eXa auch gemanagt wird, den Winter haben sie aber bei aller Organisation vergessen nach Leipzig einzuladen. So wird es ein "Winter!"marathon mit "Cross-de-luxe"-Charakter, wie uns einer der Organisatoren beim kurzen Begleitungslauf in Runde 3 mitteilt und damit auf die kurzen Schlammpassagen im Wald anspielt.

"Waldundwiesensportler" "Die drei Zöpfe"
Ausgerüstet mit einer Garmin 910, welche man testweise nach Voranmeldung zur Verfügung gestellt bekam, kann ich jetzt auch während des Laufes mit den zwei Garmin-Experten Sören und Sven "mitreden". Unser Anfangstempo pegelt sich so um die viereinhalb Minuten pro Kilometer ein und so entwickelt sich ein angenehmer Plausch über Gott und die Welt, während wir die ersten, der acht zu absolvierenden großen Runden drehen.
Beim Rundendurchlauf, nach jeweils 5 Kilometern, kommen wir am langgezogenen Bufett im Start-/Zielbereich vorbei. Warmes Wasser, Tee, Iso, Cola, Apfelschorle, Haferschleim dazu Gebäck und Obst. Danach wartet der RedBull-Stand auf die Teilnehmer - warmes Aufputschgetränk mit Orangensaft steht dort auf der Getränkekarte. Es ist also eine ausreichende Rundum-Versorgung für die 73 Dreier-Mannschaften gewährleistet, zumal sich nebenan im Gebäude auch gleich noch eine Toilette befindet.
Nach 17 zurückgelegten Kilometern habe ich dann auch das ganz dringende Bedürfnis, diese nutzen zu müssen. Der Magen rebelliert, vielleicht von der Getränkevielfalt am Versorgungspunkt? Ich halte mich jedoch Sven und Sören gegenüber bedeckt und spreche mein doch recht ernstes Problem nicht an. Dafür gibt es zu viele andere Gesprächsthemen und irgendwo bei Kilometer 19 hört das Gurgeln im Bauch auch auf und ich kann mich wieder voll auf's Wesentliche konzentrieren - Laufen, Quatschen, Fotografieren!

Roter Bulle mit Apfelsine! Ex und hopp!
Nach 29 Kilometern überrunden wir dann auch Ute's "Drei Zöpfe". Die zwei Zöpfe von Ute machen dabei die beste läuferische Figur. Der andere Zopf, Matthias Reisaus, war schon mit einem Infekt an den Start gegangen und wird nach diesem Rundendurchlauf (vernünftigerweise) aussteigen. Damit ist zwar die Wertung bei den Mixed-Teams weg, aber die Gesundheit sollte doch letztendlich vorgehen. Mit Sven Reißig zusammen wird Ute die Marathondistanz noch zu Ende laufen.
Das Fotografieren während des Laufes lasse ich ab Runde 7 weg. Das anfängliche stop-and-(zu schnell wieder)-go beim Fototermin hat doch ganz schön Kraft gekostet. Das daraus resultierende Bilderschießen aus dem Lauf heraus ist jetzt, wo es ans Eingemachte geht, auch nicht mehr möglich. Dafür gibt es ja beim Marathon den "Mann mit dem Hammer", den will ich nicht noch mit irgendwelchen Faxen provozieren und meinen beiden Mitstreitern das bisher ganz gut verlaufende Marathon-Erlebnis versauen.

Die "Zöpfe" noch zu Dritt bei Kilometer 24. Zielzeit 3:15 verfehlt!
Mittlerweile hat aber auch Sven das ein oder andere Wehwehchen und so ergänzen wir uns ganz gut, wenn es darum geht das Tempo zu drosseln. Die letzte Verpflegung wird standesgemäß ausgelassen, denn unsere satelittengestützten Zeitnehmer gaukeln uns immer noch eine rechnerisch mögliche Zielzeit um die dreieinviertel Stunden vor. Sören zieht uns "alten Säcke" dabei mit anderthalb Meter Vorsprung über die 2,2-Kilometer-Wendeschleife. Es hilft nichts! Zwar zeigt meine Uhr nach 42,2 Kilometern genau 3:15:00 Stunden und Sören's Garmin 3:14:59 an, nur haben wir noch ca. 300 Meter bis zum Ziel zu absolvieren.
Und das erreichen wir gut anderthalb Minuten später. Sollen wir uns deshalb jetzt keines Blickes würdigen? Sollen wir mit der Sofortanalyse beginnen und den "Arsch", also den Ausbremser, den Lahmsten, den Schwachpunkt der Mannschaft brandmarken und noch zwei Strafrunden drehen lassen? Ich denke nicht, denn über die gesamte Distanz harmonierten wir doch recht gut miteinander und die Frage nach dem "Arsch" der Gruppe kann salomonisch mit dem Hinweis auf die zwei Hälften des Gesäßes beantwortet werden. Sören ist bei der Vergabe dieses Titels jedoch nicht nominiert.
Nach einer reichlichen Zielverpflegung nehme ich, schon leicht fröstelnd, die "zwei Zöpfe" Ute und Sven in Empfang. Sie müssen allerdings noch die kurze Runde absolvieren und Sven ist sichtlich am Ende. Das Tempo der beiden hilft mir läuferisch wieder 'rein zu finden, da meine anfangs unrunden Bewegungen doch einen moderaten Einstieg erfordern. Nach einer kurzen Eingewöhnung für die Muskulatur, geht es wieder ganz gut und ich kann den großen Max 'raushängen lassen. Motivation für Sven ist gefordert!
Einfühlsam und stets auf das erfolgreiche Ankommen der beiden Zöpfe (Ute) und des Nicht-Zopfes (Sven) bedacht, gelingt es mir mit irgendwelchen Allerweltsparolen die Sache am Laufen zu halten. Mit einer Zielzeit von 3:54:44 Stunden bleiben sie sogar noch unter der 4-Stunden-Marke.

Das Lächeln ist gestellt! Auch eine 3:16 kann wehtun! Erschöpft, aber glücklich! Noch unter 4 Stunden.
Noch eine Notiz am Rande, aber wirklich nur am Rande. Ich will es auch gar nicht an die große Glocke hängen oder irgendwie weitläufisch publik machen: So ganz nebenbei ist mir mit einer Zielzeit von 3:16:31 Stunden (laut persönlichem Runden-Laufzeit-Zettel von sport-ident.com) ein Sieg gegen Sven Wewetzer gelungen und das auf so einer prestigeträchtigen Distanz, denn Sven's Zettel weist nur eine 3:16:32er Zeit aus. Damit dürften alle seine in den vorangegangenen Wochen und Monaten erzielten Ergebnisse Schall und Rauch sein!
Ergebnis Männermannschaften: 37 Finisher - 7 DNF
1. Die schlitternden Hallunken (Chr. Wagner, A. Hopf, Ph. Sogl) - 2:55:30
2. Holzmichl & Co. (St. Großer, T. Kunath, H. Zander) - 2:59:48
3. Drei Asse trumpfen auf (M. Haft, A. Fischer, M. Tümmler) - 3:00:27
4. Die Eiseiligen (L. Rößler, St. Holesch, K. Schubert) - 3:03:59
5. Waldundwiesensportler (S. Schramm, Sv. Wewetzer, Th. Delling) - 3:16:32
6. Dresdner Trolle (Chr. Kürten, H.-A. Müller, M. Probst) - 3:25:35
Ergebnis Frauenmannschaften: 5 Finisher - 2 DNF
1. Kein Wintersch(l)af (Ad. Nöbel-Schultz, K. Schumann, S. Lux) - 3:58:03
2. Auewaldhexen (I. Freistedt, A. Graf, K. Markowski) - 4:12:20
3. Ultramiezen (S. Stützke, H. Bergmann, A. Martin) - 4:14:44
4. Die 3 aus'm Vogtland (S. Schmidt, K. Rossner-Peikert, U. Mahl) - 4:35:31
5. Streakrunnermädels (E. Weisener, M. Könning, P. Schröder) - 5:14:06
Ergebnis Mixedmannschaften: 18 Finisher - 4 DNF
1. Die Schönen und das Biest (N. Kusterer, M. Grund, T. Henkel) - 3:07:31
2. Eisvögel Havel-Pleiße (A. Zapletal, A. Sturm, R. Ronneburger) - 3:21:39
3. Bogen plus Pfeil (Chr. Fünfstück, C. Schipp, Gr. Boden) - 3:24:56
4. Winterschläfer (G. Thieme, P. Neumann, M. Locke) - 3:34:28
5. No more loneliness of the ... (U. Müser, Chr. Degen, U. Lauchstedt) - 3:41:52
6. Grenzenlos (U. Höhne, U. Pein, R. Olisauskas) - 3:58:40
Veranstalterseite: www.wintermarathon.de





