08.03.2014 - 9:15 Uhr - 52,5 km / ca. 500 Hm+ / ca. 500 Hm- (Trainingslauf)

Nachdem ich die Woche über nur ein kleines Trainingsläufchen zu verbuchen hatte, reift der Plan am Wochenende einen langen Lauf zu absolvieren. Für Thomas kommt eine Teilnahme nach seiner Knieverletzung noch nicht in Frage und außerdem steht für die drei Männer sowieso ein „Himmelblauer Tag“ auf der Agenda.
Ja, aber wohin des Weges? Neuland zu erkunden, würde bei meinem Orientierungssinn sicherlich schief gehen, also altbekannte Pfade beschreiten und das "Nützliche“ gleich mit dem „Angenehmen“ verbinden. Deshalb kündige ich meinen Besuch bei der Familie an und bestelle mir auch gleich -statt Kaffee und Kuchen- eine Dusche, Wasser und eine Banane. Die entgeisterte Rückfrage, ob ich etwa gerannt komme, kann ich nur bejahen.
So verlassen wir alle 9:15 Uhr das Haus in verschiedene Richtungen, während die Hausgeister wie Geschirrspüler und Waschmaschine die Arbeit verrichten. Bis zum Erreichen des Stadtpark´s sind schon zwei Stadtteile von Chemnitz besucht, nämlich Bernsdorf und Altchemnitz. Am Ende des Park´s führt mein Weg über den Kapellenberg, Parkstraße und Goethering zum Kaßberg. Bisher ist mir die grüne Welle hold und ich komme ohne Ampelstopp über die Barbarossastraße bis hinunter zur Limbacher Straße. Ein kleines Stück die Beyerstraße entlang und links in die Paul-Jäkel-Straße eingebogen, erreiche ich Altendorf. Durch das Wohngebiet Am Karbel über die Albert-Schweitzer-Straße führt mein Weg nach Rottluff. Normalerweise könnte ich hier auch auf die Nebenstraße ausweichen, aber auf der Limbacher Straße erfreue mich an den Frühblühern in den Vorgärten der Häuser. Ein Mandelbäumchen zeigt sich in seiner rosa Pracht, Primeln und Krokusse setzen die ersten Farbtupfer.
Nach dem Abzweigen in die Kreisigstraße verlasse ich das bebaute Gebiet und laufe über die Verbindungsstraße hinauf zum Stausee Rabenstein. Ein Stück der Stauseelaufstrecke folgend kommt der Totenstein näher, wegen des trüben Wetters entscheide ich mich gegen eine Besteigung und verlasse den Hauptweg an der Abbiegung Baumgartenweg in Richtung Pleißa, der Wegweiser gibt 1,5 km dafür an. Ziemlich schnell erreiche ich auf der größtenteils bergab gehenden Strecke den Ort über die Grünaer Straße, linkerhand der Pleißenbachstraße folgend, um dann auf die Verbindungsstraße zwischen Pleißa und Limbach-Oberfrohna zu gelangen. Hier ändere ich kurzerhand meine Planung. Anstatt auf der vielbefahrenen Hohensteiner Straße zu bleiben, überquere ich sie nur, um am Sportplatz Pleißa entlang bis zum Naturlehrpfad zu kommen. Dem Pfad folge ich ein kurzes Stück nach links, um mich dann leicht rechts wieder am bebauten Gebiet zu orientieren. Der breite Feldweg mündet in die Hohe Straße auf direktem Weg nach Rußdorf und nun geht es nur noch 1 - 2 km geradeaus den Kirchweg entlang, um zu meinem Zwischenziel zu gelangen. Nach rund 25 km und 2:25 h Laufzeit stoppe ich die Uhr.
Frisch geduscht, umgezogen und gestärkt kann ich meiner Enkelin noch zusehen, wie sie ihren Mittagsbrei mit Genuss verzehrt, bevor ich mich auf den Rückweg begebe. Die Sonne hat in der Zwischenzeit auch ausgeschlafen und schickt ein paar Strahlen herunter. Leider habe ich die Uhr nicht wieder angestellt, so dass mir das Stück der Langenberger Straße bis zum Abzweig in Richtung Meinsdorf fehlt. Im Ort kürze ich ein Stück über die Dorfstraße ab. An der Tannmühle geht es endlich wieder in die Natur. Die Streckenführung ist zum Glück seit unserer letzten Limbach-Tour noch richtig im Kopf gespeichert. Erinnerungen an die Heidelbergläufe bei Hitze und meine läuferischen Anfänge kommen hoch. Den richtigen Abzweig in Richtung BAB 4 gefunden und schon geht es Richtung Grüna wieder auf der 25-km-Originalstrecke des Stauseelaufes entlang. Im Ort selbst, laufe ich in Gedanken versunken die Chemnitzer Straße ein Stück in die falsche Richtung. Erst am Ortsausgang bemerke ich den Fehler, kann ihn aber schnell korrigieren und weiter geht es auf dem richtigen Weg nach Mittelbach. Am Hotel Abendroth gehe ich ein paar Schritte um etwas zu trinken, der Getränkevorrat wird nicht bis Chemnitz reichen. Auf dem Weg nach Neukirchen vergesse ich dann auch wieder die Uhr nach einem kurzen Fotostopp anzuschalten.


In Neukirchen angekommen, zweige ich auch nicht an der Schaftreibe ab, sondern laufe direkt durch den Ort. Eine ehemalige Arbeitskollegin wohnt hier, kurzerhand mache ich einen Spontanbesuch, nach einem schönen kühlen Blonden, einem kurzen Plausch und mit frischem Getränkevorrat verabschiede ich mich (Vielen Dank Margitta!!) und setze den Gehapparat wieder in Gang. Es fällt schwer auf den ersten Metern, mein linker Fuß bekommt Schmerzgesellschaft vom rechten Knie, dass will wohl mit Thomas sympathisieren? Bei der Gelegenheit schicke ich gleich mal einen kurzen Telefongruß nach Hause, dass es nun doch etwas später wird, als gedacht.
Immer der Hauptstraße folgend lasse ich Neukirchen hinter mir, das Wasserschloß Klaffenbach bleibt auch unbesucht, der direkte Weg über das kleine Stück Chemnitzer Straße bis auf den Eisenweg in Richtung Harthwald wird gewählt. Nur noch ein paar Anstiege und mehr Bergabpassagen, schön. Die Kirche kommt in Sicht und ich verlasse den Wald. Die Brücke am Zusammenfluß von Würschnitz und Zwönitz läutet sozusagen das Ende ein. Über die Annaberger Straße (erneut mit Ampelglück) geht es die letzten 1,6 km auf der Erfenschlager Straße entlang nach Hause.
Die Uhr zeigt 52,5 km und 4:55 h reine Laufzeit, naja da fehlen ein paar Kilometer und natürlich auch Zeit, …aber was sind schon ein paar Kilometer und Minuten… wenn es doch so ein schöner Tag war.





