09.04.2014 - 9:20 Uhr - 46,32 km / 494 Hm+ / 494 Hm- (Trainingslauf)

Abwechslungsreiches Geläuf und ein Schilder-Wirrwarr bestimmen die Geburtstagsrunde.
Mit "verhaltenem" Entsetzen stelle ich des Morgens fest, doch schon wieder ein Jahr älter geworden zu sein. Dies geht jedoch schnell im geburtstagsüblichen Prozedere unter: zahlreiche Gratulanten vermitteln mir telefonisch ihre Aufmunterung und wünschen einen schönen Tag. Um dies erfolgreich umsetzen zu können, steht ein Lauf an der Donau für meinen Ehrentag auf dem Plan. Er umfasst die Abschnitte der Waldroute durch den Hienheimer Forst, die Jurasteig-Schlaufenwege "Donauschlaufe" und "Römerschlaufe" sowie den Weltenburger Höhenweg mit "Start" und "Ziel" in Kelheim.
Einige Sehenswürdigkeiten habe ich mir für den Trainingslauf zum Wiegenfest natürlich zurechtgelegt. Die Befreiungshalle hoch über Kelheim erreichen wir davon als ersten Anlaufpunkt. Danach geht es weiter durch den Hienheimer Forst, vorbei an keltischen und mittelalterlichen Erzschürfgruben und dem Keltenwall zum Kloster Weltenburg, welches wir jedoch vorerst nur von der gegenüberliegenden Seite der Donau zu Gesicht bekommen. Der Seilfährbetrieb hinüber ruht noch, aber wir wollen sowieso weiter nach Stausacker.
Wie wir am Vortag bei unserer Exkursion auf der Jurasteig-Tillyland-Schleife schon bemerkt hatten, ist zu viel Ausschilderung auch nicht immer förderlich. So kommt es, daß ich in meiner Funktion als Laufgruppenkoordinator das Beschilderungschaos nicht in den Griff bekomme. Den abbiegenden Jakobsweg im Ort ignoriere ich großzügig, deshalb folgt unfreiwillig der nächste Anstieg über Wiesen und Felder um auf die Originalstrecke der Donauschleife des Jurasteiges zurückzukommen.

Befreiungshalle Kelheim Kloster Weltenburg
Nach einem Waldverläufer, durch "schlechte" Ausschilderung gelangen wir wieder ins Donautal zur Kleinstsiedlung Haderfleck. Dort verschafft sich ein freilaufender Dackel mit aggressivem Gebell ordentlich Respekt. Jedoch haben wir die besseren körperlichen Voraussetzungen um diese Situation, mit schnellerem Laufen, zu unserem Vorteil zu lösen.
Auf der wenige Minuten entfernten ehemaligen Teufelsmauer (dem rätischen Schutzwall "Limes") stehen mit der Adrianssäule und einem rekonstruierten römischen Wachturm weitere Sehenswürdigkeiten auf unserer Tour. Auf dem Limesweg weiter flußaufwärts der Donau laufend, kommen wir zur Seilfähre nach Hienheim. Dort ist ein Übersetzen geplant, um mit der "Römer-Schlaufe" den Lauf fortzusetzen. Doch dafür sind wir etwas zu zeitig am Terminal, die nächste "Fähre" geht erst wieder am 12. April. Also müssen wir bis zur nächsten Brücke über die Donau den Weg auf der Deichkrone zwischen Fluß und Deutscher Limesstraße nutzen. Eine weitere Überquerungsmöglichkeit ist allerdings erst in Wöhr bei Neustadt. Es wird heute wohl etwas länger werden, als der Trainingsplan vorsieht!
Statt römischer Geschichte gibt es dafür Biberfraß an den Ufer-Weiden und bizarre Baumgebilde zu bestaunen. Zwischendurch gibt es immer mal wieder Glückwunsch-Anrufe über das Mobiltelefon (Pflichtausrüstung zum Geburtstag!). So kommt keine rechte Langeweile auf, auch wenn die (erweiterte) Streckenführung stellenweise etwas monoton ist.

Auf dem Limeswanderweg entlang der Donau. Autoseilfähre Hienheim - Eining
In Bad Gögging treffen wir dann auf die "Römer-Schleife", welche wir jetzt nur zu einem Teil ablaufen können. Wir entscheiden uns deshalb gegen die Überreste eines römischen Legionslagers und für das Römerkastell "Abusina". Durch Sittling geht es daher hinab zur Abens, einem Zufluß der Donau. Dort nutzen wir den Donauradweg um nach Eining zu gelangen. Das ehemalige Römerkastell sehen wir letztendlich (zeitlich bedingt) nur von "außen". Dafür ist der Besuch des Biergartens an der Seilfähre in Eining fest eingeplant.
Obwohl die angeschriebene Öffnungszeit ein vorgezogenes Vesper ermöglichen würde, ist in der Zeltwirtschaft "tote Hose". Dann müssen wir uns eben auf der immer in Ufernähe verlaufenden "Donau-Schlaufe" noch bis zum Kloster Weltenburg durchkämpfen.
Überschaubare "Geburtstagsfeier" im Kloster Weltenburg.
Dort gibt es dann endlich die kleine Geburtstagsfeier bei richtig leckerem Bier. Nach dem "Dunklen" wird auch dem "Hellen" das persönliche Gütesiegel "besonders süffig" verliehen. Ein dritter Bier-Geschmackstest wird allerdings zurückgestellt, da sich die Beine doch schon etwas schwerer anfühlen, als sie in Wirklichkeit sind. Denn jetzt folgt im weiteren Streckenprofil ein Anstieg auf den Weltenburger Höhenweg, von dem man stellenweise die phantastische Aussicht auf den engen Donaudurchbruch genießen kann.
Nach 7 Stunden, 35 Minuten und 46 Sekunden (Nettozeit 5:26:42 h) ist unser Kulturausflug auf dem Parkplatz schon wieder beendet. Eine letzte gelungene Trainingseinheit zwei Tage vor dem JUNUT 230 liegt damit hinter uns. Wie beim ambitionierten Marathontraining wurde ein Bruchteil der Distanz im Wettkampftempo durchgezogen - was soll da übermorgen noch schiefgehen?
Bilder folgen.





