02.02.2014 - 8:30 Uhr - 51,42 km / 575 Hm+ / 575 Hm- (Trainingslauf)
Auch ohne Pferd ist Ute für das fotografische Ergebnis dieser Szene zu schnell!!
Die mit 483 Metern höchste Erhebung im Norden des Chemnitzer Stadtgebietes, der im Rabensteiner Wald befindliche Totenstein, ist heute fällig! Jedoch geht es dabei nicht auf den Gipfel, sondern großangelegt um ihn herum. Das kennen wir ja aus Grainau oder Chamonix! Und was dort seit Jahren erfolgreich praktiziert wird, kann hier ja nicht als Rohrkrepierer enden. Erst recht nicht, wenn es sich um einen Trainingslauf handelt.
Bevor es jedoch los geht, müssen wir unsere Logistik des Vorwochenendausfluges überdenken. Was hagelte es da an (konstruktiver) Kritik, was unsere Trinkgewohnheiten betraf. Bei einem Trainingslauf um die 50 Kilometer-Distanz bräuchte man ja nun beim besten Willen keine zwei Getränkestellen, da hätte es doch früher auch etwas Schnee getan, so das Echo vom Kreis-Vorsitzenden "Ultrasport Vorerzgebirge".
Wir nehmen diesmal unsere Laufrucksäcke mit, natürlich nur mit ein paar Wechselklamotten gefüllt, falls das Wetter umschlägt. Wir müssen uns ja schließlich an die Dinger gewöhnen, sollten wir im Sommer mal wieder an längeren "Gewaltmärschen" im Gebirge teilnehmen. So ganz nebenbei passen zwischen die Textilien im Rucksack auch noch je zwei 0,33er Gebinde "Billig-RedBull" und je zwei "Snickers" - nur für den Notfall, so etwas darf auf keinen Fall Routine werden.
Der für 8 Uhr vorgesehene Start verschiebt sich um eine halbe Stunde, deshalb wird der anfängliche Streckenverlauf zur Vorwoche auch ordentlich zusammengekürzt. So sparen wir auf dem Stück bis zum Heckert-Wohngebiet einen Kilometer und einige Höhenmeter ein, weil wir im Harthwald und im Hutholz die direktere Linie laufen.
Auf der Anhöhe bei der Wetterstation an der Neukirchner Straße (419 m üNN) haben wir dann das erste Mal bei unserem heutigen Ausflug einen "Blick" auf das langgezogene Totenstein-"Massiv". Nur mit viel Mühe kann man den Funkturm über den Baumwipfeln ausmachen - keine altersbedingte Sehschwäche sondern einfach nur beschissenes Wetter! Zumal jetzt auch noch leichter Schneeregen einsetzt.

Kleine Stärkung an der Südflanke des "Gipfels". Abstieg auf der Nordseite nach Pleißa.
Auf dem Abschnitt von Reichenbrand nach Grüna gibt es dann auch endlich Bewegung auf dem Mobiltelefon. Wäre ja auch blöd, wenn die anderen nicht wissen, was man selbst gerade macht. Und so gibt es im Forum die Bilder von gebügelten Hemden oder vom prallgefüllten Frühstückstisch im Tausch gegen unsere Streckenbilder. Dazu das Angebot von Steffen, der uns in Pleißa mit heißen Getränken erwarten würde. Das können wir aber nicht annehmen, zu groß wäre sonst der Aufschrei der Empörung aus der Ultralauf-Ecke Flöhatal.
Das ständige Tippen auf dem Telefon macht das Laufen nun wirklich nicht leichter, da an manchen Stellen doch größere Eisflächen auf den darauf unvorbereiteten Läufer lauern. Egal, Gedankenaustausch muß schließlich auch sein! Und so tasten wir uns fast unbemerkt (bis auf rund 20 Höhenmeter und 500 Laufmeter) an den Gipfel des Totensteins heran. Der Turm ist heute tabu, man würde wegen der Wetterlage sowieso nichts sehen!
Also runter ins gegenüberliegende Tal, unter der Autobahn hindurch, über Wald- und Feldwege nach Pleißa. Der Wasserturm in Limbach markiert dann für uns so ziemlich genau die Halbmarathon-Marke, welche wir nach 2 Stunden und 8 Minuten passieren. Durch den Stadtpark "schlittern" wir weiter bis Oberfrohna. Bei Karsten und Conny gönnen wir uns eine "kurze Fuffz'n"! Nach einem Trikottausch (Durchgeschwitzt gegen Trocken) begeben wir uns nach absolvierten 24,2 Kilometern wieder auf die Heimreise.

Wasserturm Limbach: Halbmarathon in 2:08 Std. "Eiskunstlaufen" im Limbacher Stadtpark.
Am Limbacher Tierpark vorbei begeben wir uns ins LSG "Limbacher Teichgebiet". Über Feld und Straße laufen wir weiter bis zur "Tannmühle" um dort ins Waldgebiet "Tümmel" einzubiegen. Auf einem Streckenabschnitt des Heidelberglaufes erreichen wir die Siedlung "Kühler Morgen", wo sonst die Verpflegungsstelle dieses Wettkampfes auf die Teilnehmer wartet. An der Autobahn-Anschlußstelle Wüstenbrand vorbei, biegen wir auf die Strecke des Stauseelaufes in den Tauschegrund ab.

Landschaftsschutzgebiet "Limbacher Teichgebiet". Ausflugsziel "Tannmühle" in Meinsdorf.
Steffen hätte uns auch gern wieder bei sich daheim "bewirtet", so sein "Zwischenruf" auf dem Telefon. Wir können uns aber keinen weiteren, größeren Zwischenstop leisten. Deshalb deutet Ute an der "Rentnerbank", welche mit "Setz Dich hin, ruhe Dich aus und vergiß Deine Sorgen!" wirbt, auch nur fürs Foto eine Rast an.
In Grüna treffen wir dann auch wieder auf die "Rund um Chemnitz"-Strecke, welche wir über "Wiesengrund" und Mittelbach bis zur A72-Unterführung teilen. Dort nehmen wir jedoch den direkten Weg durch Neukirchen zum Wasserschloß Klaffenbach. Dabei wird nach 4:22 Stunden die Marathon-Distanz abgehakt.

Einladung zur Rast südwestlich des Totensteins. Kapitaler Zwölfender oberhalb Mittelbachs.
Jetzt ist es nicht mehr weit! Ein letzter Anstieg auf dem Eisenweg in den Harthwald ist noch abzuarbeiten und dann geht es nur noch bergab oder geradeaus. Doch genau diese Gewissheit läßt uns (oder nur Ute?) schwach werden. Jetzt noch eine Verpflegungsstation, kurz vor der Haustür - das wär's! Wenige Augenblicke später steht die drahtlose Verbindung zu Jens. Er hat, das wissen wir, ein Herz für schwächelnde Ultras. So auch heute. Gern nimmt er unsere Getränkewünsche entgegen, während wir noch rund anderthalb Kilometer bis zu ihm vor uns haben.
Kellerkühles Bier wird bei unserem Eintreffen serviert. Auch Jens macht sich dabei ein Fläschchen auf, schließlich hat er heute auch den Eisenweg (läuferisch) bezwungen.

Wasserschloß Klaffenbach. Verpflegungspunkt 1 bei Kilometer 48,3.
Die restlichen (vermessenen) 3,1 Kilometer bis nach Hause sind mit einem (vom Bier) betäubten Kopf ein Kinderspiel. Wenn man die zwei großen Pausen in Oberfrohna und im Harthwald 'rausrechnet, haben wir für unsere Totenstein-Umrundung 5 Stunden und 20 Minuten benötigt, dazu jeder einen halben "Snickers" und etwas zu Trinken. Und dabei habe ich mir bei Jens nur aus Anstand ein Getränk aufschwatzen lassen ...





